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Fünfte Kita: Die Zeit wird knapp

Schwarzenbek. Die Entscheidung soll am 10. Februar fallen: Dann erst wird festgelegt, ob es in Schwarzenbek eine fünfte Kita geben wird. Langsam wird die Zeit knapp, denn es werden dringend Betreuungsplätze benötigt. Eltern sorgen sich um fehlende Angebote für ihre Kinder.
Schwarzenbek: Compeschule
Foto: Jürgensen
Schwarzenbek: Die Compeschule soll die fünfte Kita der Stadt beherbergen.
Familie Z.* hat eine dreijährige Tochter und einen zweijährigen Sohn. Die Mutter arbeitet als Lehrerin, ihr Unterricht endet erst gegen 14 Uhr oder noch später. Beide Kinder besuchen noch eine Ganztagsgruppe in einer Kindertagesstätte. Wenn Tochter Nina* in drei Jahren in die Schule kommt, müsste Frau Z. ihren Beruf aufgeben, sofern sie keinen Hortplatz für ihre Kinder findet.
Wie Familie Z. geht es vielen Eltern. In zwei Briefen an die Stadtverordneten haben deshalb die Elternvertretung der Kita St. Franziskus sowie Alexander Frädrich, Leiter der ASB-Kita Konfetti, ihre Sorge ausgedrückt, dass es im Bereich der Hortplätze zu einem Engpass kommen wird. Frädrich geht nach Umfragen in beiden ASB-Kitas für das im Sommer beginnende Schuljahr 2012/13 von 17 fehlenden Plätzen aus (2013/14: 12 Plätze), die Kita St. Franziskus rechnet mit 15 Plätzen in diesem und 21 im folgenden Jahr. Für Frädrich ist dies eine Folge der vor fünf Jahren eingeführten Krippenangebote: „Viele der damals aufgenommenen Kinder werden nun schulpflichtig. Weil beide Elternpaare arbeiten, benötigen sie jetzt eine Anschlussbetreuung für ihre Kinder.“
Zwar gibt es an beiden Grundschulen feste Grundschulzeiten von 7 bis 16 Uhr, in der die Kinder von jeweils zwei Erzieherinnen betreut werden. Doch diese Angebote sind begrenzt und zudem wünschen sich offenbar viele Eltern mehr als dieses Basis-Angebot. Sie setzen wie Manuela Müller, stellvertretende Elternbeiratssprecherin im ASB, auf die fünfte Kita: „Wir fragen uns, ob sie ihren Betrieb im August tatsächlich aufnimmt, denn wir brauchen dringend Hortplätze.“
Das sieht der Zeitplan der Johanniter Unfallhilfe aus Lübeck zumindest vor: Peter Küpper vom Fachbereich soziale Dienste stellte im Ausschuss für Soziales und Kultur am Montag sein Konzept vor. Mit zwei Architekten hat er die Räume der Compeschule besichtigt. Er geht von einer Bauzeit von Mai bis Juli aus, im August könnte die Kita teilweise öffnen und im Oktober den Vollbetrieb aufnehmen. Als besonderes „Bonbon“ bot Küpper an, sofort eine Jahresmiete von 21.500 Euro zu zahlen und für 10.000 Euro Spielgeräte zu finanzieren.
Trotz dieser Angebote war der Finanzausschussvorsitzende Helge Harms (SPD) nicht zufrieden. Die Johanniter hatten im Dezember Einspruch gegen das Vergabeverfahren erhoben, kurz bevor die Politiker eine Entscheidung fällen wollten (wir berichteten). „Sie haben uns zwei Monate Zeit gekostet“, polterte Harms. „Wie sollen wir denn von ihren Kita-Plänen erfahren, wenn sie nicht ausschreiben“, entgegnete Küpper.
Mittlerweile hat auch der ASB sein Angebot nachgebessert: Die Arbeiter-Samariter wollten zunächst die von ihnen zu leistenden Investitionen mit der Miete verrechnen. Frädrich: „Wir haben jetzt Wünsche der Stadt nach Parkplätzen eingearbeitet und unsere Finanzierung geändert, könnten jetzt auch sofort eine Miete zahlen.“ Eine Entscheidung soll auf der Stadtverordnetenversammlung am 10. Februar fallen.
* (Name von der Redaktion geändert)cus
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