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Mit Kultur gegen Extremismus

Mölln. Ein Festprogramm für Demokratie und Toleranz soll es werden, wenn am 18. Februar in Mölln der Aktionstag gegen Rechtsextremismus begangen wird. Anlass sind die Schmierereien und Morddrohungen, die unbekannte Rechte in Ratzeburg hinterlassen hatten. Die Stiftung Herzogtum Lauenburg will Kultur zur "Klammer zwischen gesellschaftlichen Gruppen" machen.
Mölln: Kultur gegen Rechts
Foto: Jürgensen
Kreispräsident Meinhard Füllner als Schirmherr sowie Stiftungs-Vize Wolfgang Engelmann und Stiftungspräsident und Innenminister Klaus Schlie laden am 18. Februar zum Aktionstag "Kultur für Demokratie und Toleranz" ein.
Im kommenden November ist es 20 Jahre her, das zwei junge Neo-Nazis Brandsätze auf zwei von türkischen Familien bewohnte Häuser warfen. Drei Menschen kamen in den Flammen um. Die feige Tat bewirkte jedoch, dass sich deutsch- und türkischstämmige Möllner soldarisierten. „Das Zusammenleben in Mölln ist von Offenheit und Toleranz geprägt“, sagt Ex-Bürgermeister Wolfgang Engelmann (s.u.).
Als Vizepräsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg organisiert Engelmann jetzt mit Stiftungspräsident und Innenminister Klaus Schlie sowie Kreispräsident Meinhard Füllner einen Aktionstag gegen Rechts. Anlass sind Schmierereien und Morddrohungen, die Rechtsextremisten in der Nacht zum 13. Januar an Hauswände in Ratzeburg geschmiert hatten (wir berichteten). „Das ist ein eklatanter Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von Menschen, die schon seit Jahren gegen die rechtsextreme Szene aktiv sind. Wir, als offene und tolerante Gesellschaft, können so etwas nicht dulden“, sagt Schlie.
Weil Solidarität keine Worthülse sein dürfe, so Schlie, lädt die Stiftung am Sonnabend, 18. Februar, zum Aktionstag „Kultur für Demokratie und Toleranz“ ein. Auf Initiative der Journalistin Brigitte Gehrkens-Harmann hatten sich bereits mehr als 40 Kulturschaffende zu einer ersten Besprechung getroffen. Engelmann: „Es gibt noch keinen Programmablauf, weil wir noch viele weitere Aktivitäten aufnehmen wollen.“ Der Aktionstag findet zeitgleich von 14 bis 18 Uhr im Stadthauptmannshof, dem historischen Möllner Rathaus sowie der Nicolai-Kirche statt. Kulturschaffende, Schulen und Musikgruppen sind eingeladen, sich anzumelden unter info@rzkultur.de weitere Einzelheiten zu erfragen. Alle Mitwirkende arbeiten ehrenamtlich, der Eintritt zu allen Aktionen ist frei.
Für Schirmherr Füllner kann die Kultur zu einer „Klammer“ zwischen allen gesellschaftlichen Gruppen werden: „Wir können dem Rechtsextremismus nur begegnen, wenn wir ihn als gesamtgesellschaftliches Problem sehen und die Lösung nicht allein der Politik überlassen.“
Der spontan geplante Aktionstag soll der Auftakt für eine ganze Reihe von Veranstaltungen sein, in die auch die Schulen im Kreis einbezogen werden. Füllner: „Die Ereignisse von Ratzeburg sind das Ende einer ganzen Kette von Fehlinformationen und Irreleitungen.“ Stiftungspräsident Schlie geht davon aus, dass auch der „Kultursommer 2012“ das Thema weiter verfolgten wird – immerhin ist dessen Intendant Frank Düwel beim Aktionstag als Moderator dabei.cus
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