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Schlitterpartie für Autofahrer

Schwarzenbek. Weil die Spundwände undicht sind, läuft Wasser im Meiereitunnel auf die Straße und gefriert dort zu Eis. Bahn und Behörden schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu und nichts passiert.
Schwarzenbek: Unterführung Meiereitunnel
Foto: Jürgensen
Die Unterführung am Meiereitunnel: Eis bedeckt die Fahrbahn, weil Dichtungsgummis im Bereich der Spundwände porös sind.
An mindestens drei Stellen fließt Wasser durch die Spundwände des Meiereitunnels auf die Straße und gefriert dort zu einer dicken, mittlerweile bereits fast einen Meter breiten Eisschicht. Der städtische Bauhof hat bereits reagiert und am Straßenrand Warnbaken und rot-weiße Pylonen aufgestellt sowie Salz gestreut. Dennoch erschrecken Autofahrer immer wieder, wenn sie die Eisfläche am Straßenrand entdecken und bremsen ab.
Das Problem ist nicht neu, schnelle Abhilfe ist jedoch nicht in Sicht, denn die Unterführung wurde als Eisenbahnkreuzungsmaßnahme von der Deutschen Bahn AG, der Stadt und dem Kreis geplant. Die Bahn weist jedoch jede Verantwortung zurück: „Alle Tunnelteile, die nicht unmittelbar unter den Gleisen liegen, sind nicht in unserer Verantwortung“, sagt Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst. Zuständig sei hier der „Straßenbaulastträger“. Das ist laut Reinhard Cordes, Fachmann für Straßenbau im Schwarzenbeker Bauamt, der Kreis.
Die Stadt selbst sei laut Vertrag nur für die Pflege des auf der Ostseite gelegenen Fuß- und Radwegs zuständig. Die Kreisverwaltung weiß auch schon Bescheid: Bereits vor einem Jahr hat Cordes seine Kollegen in Ratzeburg informiert. Damals war ebenfalls Wasser im Bereich der Fugen auf die Fahrbahn geflossen und zu Eis gefroren. Bis Redaktionsschluss gab es dazu keine Stellungnahme des Kreises.
Vor zehn Jahren, am 19. April 2002 ist die Unterführung für den Verkehr freigegeben worden. Einzelne Betonplatten, sogenannte Flügelwände, die mittels Dichtungsbändern miteinander verbunden sind, verhindern, dass das Erdreich im Tunnelbereich ins Rutschen gerät. Das sei gängige Praxis, sagt Cordes: „Eine durchgängige Betonwand würde reißen. Um solchen Spannungsrissen vorzubeugen, werden Bewegungsfugen eingesetzt.“ Durch die fließt nun aber munter das Wasser – nicht nur tröpfchenweise, sondern als kleines Rinnsal.
Auf der westlichen Tunnelseite sickert das Wasser besonders nach Regenfällen durch die Fugen und läuft über einen Betonweg auf die Fahrbahn und die dortigen Abläufe. Bei Minusgraden gefriert es jedoch am Straßenrand zu einer Eisschicht. Fußgänger sind dort nicht in Gefahr – der Weg ist außer zu Wartungsarbeiten zu Fuß nicht erreichbar. Unklar ist, ob das Problem durch mangelnde Pflege entstanden ist, oder ob beim Bau ein Fehler gemacht wurde. Stand der Technik wäre eine Schotterschicht mit Drainage sowie eventuell ein Kontrollschacht samt Pumpe. Denn die Fugenbänder sind laut Cordes zwar wasserfest, aber nicht geeignet, stehendes Wasser aufzuhalten.
Zwar gibt es im Hangbereich Gullyschächte und, wie im übrigen Bereich der Kerntangente auch, einen Graben. Dieser ist jedoch stark zugewachsen. Vorsicht Eis: In der Unterführung zum Meiereitunnel läuft Wasser durch die Dehnungsfugen der Spundwände auf die Straße und bildet am Straßenrand eine dicke Eisschicht.
1 Kommentar
Schwarzenbeker Jung meint:
Anstelle zu Streiten und sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zuschieben. Sollte mal abhilfe geschafft werden. Ansonsten läuft das Wasser in 15 Jahren noch.

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