Beleuchtung
Laternen sollen Stromsparen lernen
Mittwoch, 25. Januar 2012 15:34
Schwarzenbek. 182.000 Euro kostet die Straßenbeleuchtung in Schwarzenbek pro Jahr. Zudem verursachte die Beleuchtung diverse Tonnen Kohlendioxidausstoß. Deshalb testet die Stadt jetzt neue Formen der Beleuchtung - unter anderem mit Leuchtdioden.
„Noch bin ich am Rechnen“, sagt Jörg Balk. Bis Ende März müssen jedoch die
Zahl und Art der Straßenlaternen, ihr Energieverbrauch sowie das
Einsparpotenzial bei einer Modernisierung feststehen. Dann endet die
Bewerbungsfrist für ein Förderprogramm: Unter dem Titel „Masterplan 100
Prozent Klimaschutz“ unterstützt das Bundesumweltministerium Kommunen mit
bis zu 80 Prozent, wenn sie ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um
mindestens 95 Prozent senken wollen. Zudem können Kommunen, die ihre
Straßen- und Außenbeleuchtung auf LED-Technik umrüsten, eine Förderung von
40 Prozent erhalten. Deshalb ist diese Technik – trotz der damit verbundenen
Schwierigkeiten – besonders interessant.
Im vergangenen Jahr hat die Straßenbeleuchtung die Bürger der Europastadt
182.000 Euro gekostet: 70.000 Euro für Reparaturen und Wartung sowie 112.000
Euro Stromkosten. Aktuell gibt es in der Stadt rund 1900 Laternen.
Ursprünglich waren alle mit Hochdruck-Quecksilber-Dampflampen (HQL)
ausgerüstet, die 80 Watt Strom verbrauchen. Seit zwei Jahren werden die
Laternen nach und nach straßenweise auf modernere und energiesparende
Natrium-Dampflampen (NAV) umgerüstet, die nur noch 50 Watt benötigen.
Das ist ohne Umbauten an den Laternen möglich. „Man kann die Lampen in einer
Straße aber nicht mischen, weil HQL weiß leuchtet, NAV dagegen gelb. Das
irritiert Passanten und Autofahrer“, sagt Balk. Die Stadt spart auch, indem
sie ab 22.30 Uhr in Wohngebieten jede zweite Laterne abschaltet. An den
Landes und Bundesstraßen sind die Laternen mit jeweils zwei Röhren versehen,
von denen eine nach 22.30 Uhr ausgeschaltet wird. Weitere deutliche
Reduzierungen bei den Stromkosten könnten LEDs bringen: Bei der Umrüstung
auf diese Technik geht Balk von einem Einsparpotenzial von 25 Prozent aus.
Unklar ist jedoch noch die Lebensdauer der LED-Lampen, die laut Herstellern
zwischen dreieinhalb und fünf Jahren liegen soll. Ein weiteres Problem ist,
dass die LEDs nicht einfach in vorhandene Laternen eingebaut werden können.
Das hängt mit dem Lichtkegel zusammen. Während die Laternen bislang 35 Meter
auseinander stehen und eine durchgehende Ausleuchtung gewährleisten, dürften
LED-Lampen bei gleicher Höhe nur 25 Meter weit auseinander stehen. Die
Lösung wären höhere Masten. Diese Investition würde sich aber nur über hohe
Zuschüsse amortisieren.
Bislang gibt es versuchsweise drei Laternen mit LED-Technik an der Straße
Hirschsprung, seit gestern eine weitere an der Einmündung Moorweg/Grabauer
Straße.sh/cus



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