Sportabzeichen
Mit 83 Jahren fit wie ein Turnschuh
Montag, 23. Januar 2012 16:25
- Von Anja Eggert
Schwarzenbek. Wer sich bewegt, bleibt auch gesund: Das haben jetzt wieder 98 Freizeit-Sportler unter Beweis gestellt, die in Schwarzenbek ihre Sportabzeichen in Bronze, Silber oder Gold erhielten. Unter ihnen sind auch Anne (74) und Johannes Granzow (83).

Foto: Anja Eggert
Zum 43. Mal gab's das goldene Sportabzeichen für Johannes (83) und Anne Granzow (74). Die beiden Grabauer walken, um fit zu bleiben.
„Wer sich viel an frischer Luft bewegt, bleibt gesünder“, ist sich Anne
Granzow aus Grabau sicher. Sie muss es wissen: Denn Bewegung ist für die
74-Jährige und ihren Mann Johannes (83) das A und O. Und der Erfolg gibt
ihnen Recht. Bereits zum 43. Mal haben beide in Schwarzenbek das
Sportabzeichen in Gold abgelegt. „Ich komme aus der Landwirtschaft und da
wurde gut gegessen. Als ich bei Fette in der Produktion anfing, fehlte mir
die Bewegung und ich wurde immer runder“, erzählt Anne Granzow.
Ihr Mann begann vor vielen Jahrzehnten, sich bei den Jedermännern im TSV
Schwarzenbek fit zu halten und brachte die Idee nach Hause, das
Sportabzeichen abzulegen. „Seitdem treiben wir regelmäßig Sport und ich habe
dauerhaft zwölf Kilo abgespeckt – nur durch die Bewegung“, erzählt die
Grabauerin. Sie macht Menschen mit guten Vorsätzen Mut: Wer sich regelmäßig
bewegt, könne die Anforderungen für das Sportabzeichen locker schaffen.
Die Granzows walken beide jeden zweiten Tag gemeinsam für 45 Minuten. Während
der 83-Jährige zusätzlich einmal pro Woche bei den Jedermännern
Fitnesstraining absolviert, geht seine Frau zur Rückenschule. Das war's?
„Nein, einmal im Jahr fahren wir für vierzehn Tage zum Skilaufen und
außerdem haben wir unsere Enkelkinder. Die halten uns auch auf Trab“.
Insgesamt haben 53 Erwachsene und 45 Jugendliche im vergangenen Jahr das
Sportabzeichen geschafft und am vergangenen Wochenende von Obmann Werner
Ziel ihre Urkunden und Plaketten erhalten. In fünf Disziplinen mussten sie
sich beweisen und konnten wählen zwischen Schwimmen, Weitsprung,
Langstreckenlauf, Sprint, Radfahren, Kugelstoßen, Werfen und Walken. Je nach
Alter und Geschlecht sind die Anforderungen unterschiedlich. Auch eine
künstliche Hüfte oder ein künstliches Knie sind kein Hinderungsgrund für das
Sportabzeichen.
Beim "Radfahren mit fliegendem Start“ können Teilnehmer mit
gesundheitlichen Einschränkungen vor der Startlinie in die Pedale treten und
so in Schwung kommen. Diese Disziplin und Nordic Walking über 7 Kilometer
ersetzen die Laufstrecken. „Vor sechs Jahren habe ich ein künstliches
Kniegelenk bekommen und vor drei Jahren eine neue Hüfte, aber jedes Jahr
habe ich mein Sportabzeichen gemacht“, ist Klaus Kottler (74) stolz. Bereits
33 Abzeichen hat er sich mittlerweile abgeholt. Seine Frau Rosemarie bekam
jetzt zum 24. Mal das Sportabzeichen. Sie leidet unter Asthma und hat das
Schwimmen für sich entdeckt. „Durch das Schwimmen habe ich gelernt besser zu
atmen“, berichtet sie.
Eine besondere Ehrung wird Udo Schönherr zuteil: Er erhielt zum 45. Mal Gold
und wird dafür am 30. März vom Präsidenten des Landessportverbandes, Dr.
Ekkehard Wienholtz in Kiel geehrt. Für Jugendliche ist es schwieriger
geworden, das Sportabzeichen abzulegen. Ziel: „Seitdem der Sponsorenlauf dem
Gymnasium jährlich 10.000 Euro einbringt, wird in allen Schulen kein
Sportabzeichen mehr abgenommen.“
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