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Wirtschaft fordert mehr Kooperation

Lübeck/Schwarzenbek. Die Zusammenarbeit über die Landesgrenzen zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein bleibt oft Lippenbekenntnis und hemmt den Aufschwung in der Metropolregion - auch im Kreis Herzogtum Lauenburg.
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Neujahrsemofang
Foto: Stefan Huhndorf
Großformatig: Auf der Leinwand können die Zuschauer Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Moderatorin Harriet Heise besser sehen.
Es ist wie eine Wohngemeinschaft, in der zwei Parteien nebeneinander her leben und für sich selbst ihre eigenen Pläne machen: Dieses Bild von der aus seiner Sicht verbesserungswürdigen Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein skizzierte Präses Christoph Andreas Leicht beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK).
Gut 1800 Gäste aus Wirtschaft und Politik in der Musik- und Kongresshalle im Herzen der Hansestadt Lübeck sahen das offensichtlich genauso und spendeten dem Geschäftsführer des Hansa-Parks in Sierksdorf reichlich Applaus. Der Unternehmer forderte deutlich mehr Zusammenarbeit im Norden, aber auch in der Metropolregion Hamburg in den Bereichen Bildung und erneuerbare Energien ein.
Er wünscht sich nach der Wahl in Schleswig-Holstein auch einen neuen Schnitt der Ministerien, damit Bildung und Wirtschaftsförderung besser koordiniert werden können. „Den Firmen fehlen hoch qualifizierte Fachkräfte. Das ist ein schleichender Prozess und die größte Herausforderung seit dem zweiten Weltkrieg“, so Leicht. Derzeit würden in Schleswig-Holstein nur acht Prozent der jungen Menschen einen Hochschulabschluss machen. „Es müsste jeder fünfte sein, damit die Wirtschaft geeignete Leute findet“, sagte Leicht.
„Hamburg wächst wieder. Es gibt keinen Grund mehr zur Eifersucht mit dem Umland, das früher Bevölkerung abzog. Wir müssen uns als Metropolregion mit fünf Millionen Einwohnern sehen und gemeinsam die Windenergie konsequent ausbauen, um in diesem Bereich führend zu bleiben“, sagte Hamburgs regierender Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) in der anschließenden Diskussionsrunde. „Verzichten ist nicht einfach, aber wir müssen Aufgaben zusammenlegen und deutlich stärker kooperieren. Nur dann können wir unsere Stärken zeigen. Und wenn das alles klappt habe ich auch nichts dagegen, wenn dann am Ende ein Nordstaat dabei herauskommt“, pflichtete Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) seinem Hamburger Kollegen bei.
Unter den Gästen war auch Schwarzenbeks Bürgermeister Frank Ruppert, der Leicht zustimmte. „Beim Gastschulabkommen, bei der Entwicklung von gemeinsamen Gewerbegebieten, im Einzelhandel und beim öffentlichen Nahverkehr müssen die Länder viel enger zusammenarbeiten, damit die Region vorwärts kommt. Man sollte beispielsweise auch über eine S-Bahn nach Schwarzenbek nachdenken“, so Ruppert.

Die IHK in Zahlen

Der im Jahr 1853 gegründeten Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK) gehören heute mehr als 70000 Mitgliedsunternehmen aus der Hansestadt Lübeck sowie den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Ostholstein, Segeberg und Stormarn an. 2500 davon betätigen sich ehrenamtlich in unterschiedlichen Gremien und Ausschüssen sowie in Arbeitsgruppen zu speziellen Themen.
Der Kreis Herzogtum Lauenburg hat eine starke Stimme in der Kammer: Unternehmer Thomas Buhck aus Wiershop ist Vizepräses der IHK. Damit ist er der zweite Mann hinter Christoph Andreas Leicht. Das höchste Beschlussorgan der Kammer ist die Vollversammlung, der 69 Mitglieder angehören, die von den Mitgliedern aus verschiedenen Branchen für jeweils sechs Jahre gewählt werden. Die IHK versteht sich selbst als serviceorientierter Dienstleister, unternehmensnaher Interessenvertreter und kritischer Partner von Politik und Verwaltung. Politisch darf die Kammer ausschließlich in wirtschaftsrelevanten Fragen Position beziehen.
1 Kommentar
Heinz Lindemann meint:
Zusammenarbeit, JA BITTE!!!
aber "Nordstaat"??? - NEIN DANKE!
Den lähmenden Zentralismus Hamburgs braucht SH nicht ... ("BEHÖRDE unser..." ist kein gutes Gebet...)

...so wenig wie den wohl nicht ganz ausgeschlafenen "Bürger"-meister mit dem alten Hut "ESS-Baaan" frei nach HORCH-weck.

In Duisburg könnte demnächst ein Job frei werden...

Herr LEICHT macht es sich zu leicht mit Prozent-Zahlen von Hochschulabsolventen. Gut Ausgebildete ohne Massenstudium, GEBILDETE brauchen wir mehr als - der Statistik zuliebe ? -ziellose "NERDS" (ex Fachidioten) ohne "sozale Kompetenz" und Herzensbildung.

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