IHK-Neujahrsempfang
Wirtschaft fordert mehr Kooperation
Donnerstag, 19. Januar 2012 17:29
- Von Stefan Huhndorf
Lübeck/Schwarzenbek. Die Zusammenarbeit über die Landesgrenzen zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein bleibt oft Lippenbekenntnis und hemmt den Aufschwung in der Metropolregion - auch im Kreis Herzogtum Lauenburg.
Es ist wie eine Wohngemeinschaft, in der zwei Parteien nebeneinander her leben
und für sich selbst ihre eigenen Pläne machen: Dieses Bild von der aus
seiner Sicht verbesserungswürdigen Zusammenarbeit zwischen Hamburg und
Schleswig-Holstein skizzierte Präses Christoph Andreas Leicht beim
Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK).
Gut 1800 Gäste aus Wirtschaft und Politik in der Musik- und Kongresshalle im
Herzen der Hansestadt Lübeck sahen das offensichtlich genauso und spendeten
dem Geschäftsführer des Hansa-Parks in Sierksdorf reichlich Applaus. Der
Unternehmer forderte deutlich mehr Zusammenarbeit im Norden, aber auch in
der Metropolregion Hamburg in den Bereichen Bildung und erneuerbare Energien
ein.
Er wünscht sich nach der Wahl in Schleswig-Holstein auch einen neuen Schnitt
der Ministerien, damit Bildung und Wirtschaftsförderung besser koordiniert
werden können. „Den Firmen fehlen hoch qualifizierte Fachkräfte. Das ist ein
schleichender Prozess und die größte Herausforderung seit dem zweiten
Weltkrieg“, so Leicht. Derzeit würden in Schleswig-Holstein nur acht Prozent
der jungen Menschen einen Hochschulabschluss machen. „Es müsste jeder fünfte
sein, damit die Wirtschaft geeignete Leute findet“, sagte Leicht.
„Hamburg wächst wieder. Es gibt keinen Grund mehr zur Eifersucht mit dem
Umland, das früher Bevölkerung abzog. Wir müssen uns als Metropolregion mit
fünf Millionen Einwohnern sehen und gemeinsam die Windenergie konsequent
ausbauen, um in diesem Bereich führend zu bleiben“, sagte Hamburgs
regierender Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) in der anschließenden
Diskussionsrunde. „Verzichten ist nicht einfach, aber wir müssen Aufgaben
zusammenlegen und deutlich stärker kooperieren. Nur dann können wir unsere
Stärken zeigen. Und wenn das alles klappt habe ich auch nichts dagegen, wenn
dann am Ende ein Nordstaat dabei herauskommt“, pflichtete
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) seinem
Hamburger Kollegen bei.
Unter den Gästen war auch Schwarzenbeks Bürgermeister Frank Ruppert, der
Leicht zustimmte. „Beim Gastschulabkommen, bei der Entwicklung von
gemeinsamen Gewerbegebieten, im Einzelhandel und beim öffentlichen
Nahverkehr müssen die Länder viel enger zusammenarbeiten, damit die Region
vorwärts kommt. Man sollte beispielsweise auch über eine S-Bahn nach
Schwarzenbek nachdenken“, so Ruppert.
Die IHK in Zahlen
Der im Jahr 1853 gegründeten Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK)
gehören heute mehr als 70000 Mitgliedsunternehmen aus der Hansestadt Lübeck
sowie den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Ostholstein, Segeberg und Stormarn
an. 2500 davon betätigen sich ehrenamtlich in unterschiedlichen Gremien und
Ausschüssen sowie in Arbeitsgruppen zu speziellen Themen.
Der Kreis Herzogtum Lauenburg hat eine starke Stimme in der Kammer:
Unternehmer Thomas Buhck aus Wiershop ist Vizepräses der IHK. Damit ist er
der zweite Mann hinter Christoph Andreas Leicht. Das höchste Beschlussorgan
der Kammer ist die Vollversammlung, der 69 Mitglieder angehören, die von den
Mitgliedern aus verschiedenen Branchen für jeweils sechs Jahre gewählt
werden. Die IHK versteht sich selbst als serviceorientierter Dienstleister,
unternehmensnaher Interessenvertreter und kritischer Partner von Politik und
Verwaltung. Politisch darf die Kammer ausschließlich in
wirtschaftsrelevanten Fragen Position beziehen.





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Heinz Lindemann meint:
aber "Nordstaat"??? - NEIN DANKE!
Den lähmenden Zentralismus Hamburgs braucht SH nicht ... ("BEHÖRDE unser..." ist kein gutes Gebet...)
...so wenig wie den wohl nicht ganz ausgeschlafenen "Bürger"-meister mit dem alten Hut "ESS-Baaan" frei nach HORCH-weck.
In Duisburg könnte demnächst ein Job frei werden...
Herr LEICHT macht es sich zu leicht mit Prozent-Zahlen von Hochschulabsolventen. Gut Ausgebildete ohne Massenstudium, GEBILDETE brauchen wir mehr als - der Statistik zuliebe ? -ziellose "NERDS" (ex Fachidioten) ohne "sozale Kompetenz" und Herzensbildung.