Bildung
Gute Chance für evangelische Schule
Sonntag, 15. Januar 2012 18:45
Gülzow. Die Eltern haben bald wohl noch mehr Wahlfreiheit: Nach dem Fehlstart im vergangenen Sommer wird die Evangelische Grundschule in Gülzow wohl im August beginnen. Die erforderliche Zahl von mindestens 13 Anmeldungen ist schon jetzt erreicht.

Foto: Monika Retzlaff
Die künftige Lehrerin Susanne Klinkert (M.) aus Kollow zeigt, wie der Unterricht mit dem Morgenkreis an der Evangelischen Schule in Gülzow beginnen wird.
Der zweite Anlauf für die Gründung der Evangelischen Schule, den der
Förderverein und die Evangelische Schulstiftung in Mecklenburg-Vorpommern
und Nordelbien anstreben, macht Fortschritte. 16 Anmeldungen wurden am
zweiten Tag der offenen Tür am Sonnabend gezählt. Davon wurden 13 Kinder
nicht nur angemeldet, sondern die Eltern unterschrieben schon den
verbindlichen Schulvertrag.
Der bereits für den Beginn dieses Schuljahres geplante Start war gescheitert,
weil es nur sechs Anmeldungen gab. 13 bis 15 wären nötig gewesen. Dieses
Ziel ist jetzt schon erreicht.
Es ist aber nicht nur die Zahl der Interessenten gestiegen. Pastor Matthias
Mannherz stellte am Sonnabend die beiden Lehrerinnen und die zwei
Erzieherinnen vor, die nach erfolgreicher Schulgründung dort arbeiten werden.
Anke Ormeloh aus Rostock ist als Schulleiterin vorgesehen. Die 50-Jährige ist
an der „Werkstattschule in Rostock“ tätig – ebenfalls eine Privatschule. An
der Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe und Grundschule, die den Titel
„Europaschule“ trägt, unterrichtet sie Kinder der ersten bis vierten Klasse
jahrgangsübergreifend, hauptsächlich in Mathematik und Englisch. „Ich freue
mich riesig auf die neue Aufgabe in Gülzow“, sagte sie. Das trifft auch für
Susanne Klinkert aus Kollow zu.
Die 63-jährige, bereits pensionierte Lehrerin zieht es aus dem Ruhestand
wieder in die Klassenräume. Nach 30 Jahren Schuldienst in den Hamburger
Stadtteilen Nettelnburg und Altona mit großen Klassen und Schulen, brennt
sie darauf, so arbeiten zu können, wie sie es sich immer erträumt hat. „Für
mich wird wirklich ein Traum wahr“, sagte sie. Die Kinder sollen an der
neuen privaten Schule in Gülzow alles lernen, was sie an einer staatlichen
Schule auch lernen: lesen, schreiben, rechnen. „Wir wollen die Kinder
behutsam und konsequent für die weiterführende Schule vorbereiten, sie in
ihrer Persönlichkeit stärken, sodass sie als Erwachsene für sich selbst
sorgen können“, sagte Susanne Klinkert.
Im Hortbereich wird die Erzieherin Melanie Conrads arbeiten. Der neue Job ist
der Wiedereinstieg nach der Elternzeit. Vor der Familienpause war sie im
Kindergarten in Basedow tätig. Ihre Tochter Malin wird in die neue Schule
eingeschult.
Wie der Tag dann beginnt, konnten die Kinder und Eltern am Sonnabend sehen.
Zum Morgenkreis mit Anke Ormeloh und Susanne Klinkert setzten sich 20 Kinder
zusammen und machten sich bekannt. Im Tagesablauf schließen sich das
selbstständige Lernen, der gebundene Unterricht, das Mittagessen sowie
Kurse, Projekte, der Förderunterricht und die Hortbetreuung an. Die Schule
wird ein evangelisches Profil haben. Das heißt nicht, dass Andachten und
Gottesdienste den Tagesablauf bestimmen. Im Mittelpunkt steht das
christliche Verständnis, wonach Bildung und Erziehung, Leben und Lernen
zusammengehören. „Die Kinder sollen mit einer vom Evangelium Jesu Christi
herkommenden Hoffnung darauf bekannt werden, dass diese Welt in aller
Vorläufigkeit und Endlichkeit großartige Lebensmöglichkeiten und -chancen
bietet“, beschrieb Pastor Mannherz das Konzept.rz
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