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Wirtschaft braucht Datenautobahn

Schwarzenbek. Wer weltweit tätig ist und große Datenmengen austauschen muss, ist ohne schnelles Internet aufgeschmissen. Doch im Gewerbegebiet an der Industriestraße gibt es nur eine sehr langsame Leitung.
Schwarzenbek: Gewerbehof Babalik
Foto: Marcus Jürgensen
Lagerist Jörn Winterberg bereitet Elektromotoren für den Versand vor: 80 Prozent ihres Umsatzes macht die Firma K&S-Antriebssysteme mit nach Kundenwünschen spezifizierten Antriebseinheiten.
„Das ist ein wichtiger Standortfaktor. Die Landesregierung muss Druck auf die Telekom ausüben. Für innovative Mittelständler ist schnelles Internet eine Grundvoraussetzung. Und solche Firmen brauchen wir, um hoch qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen“, sagt der Haupt- und Planungsausschussvorsitzende Hans-Joachim Delfs bei einem Besuch des Landtagsabgeordneten Markus Matthießen und der Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang in Schwarzenbek.
Die Politiker informierten sich bei Gürsel Babalik über die Probleme. Der Unternehmer betreibt neben seiner Elektromaschinenbaufirma einen expandierenden Gewerbepark an der Industriestraße. Zahlreiche Firmen – vom Lkw-Teile-Importeur bis hin zum Hallenbauer – sind dort angesiedelt. Jetzt hat sich Babalik eine weitere Fläche mit 5000 Quadratmetern Größe gesichert und will dort ein Bürohaus bauen, in dem er Flächen an kleine Unternehmen vermietet, die sich Empfang, Sekretariate, Konferenzräume und weitere Infrastruktur teilen können.
„Wir brauchen große Firmen wie Fette und Universelle und setzen weiter auf das chinesische Handelszentrum, das sicher kommen wird. Aber der Wachstumsmotor ist der Mittelstand mit Zukunftstechnologien. Deshalb sind Initiativen wie die von Gürsel Babalik so wichtig“, stellt Delfs fest.
Und das Konzept geht auf: Aus Geesthacht zog Ralf Alexander Irrek in den Gewerbehof an der Industriestraße, als er größere Räume suchte: Die Großhandelsfirma „Irmeco“ verkauft medizinische Geräte in die ganze Welt. „Wir stellen für unsere Kunden Laboreinrichtungen nach Wunsch zusammen. Die Abnehmer sind froh, wenn sie alles vom Reagenzglas bis zur Labortechnik aus einer Hand bekommen“, sagt Irrek.
Angefangen hatte die Firma als Handelsunternehmen im Bereich Feinmechanik. Mittlerweile ist der Firmenkatalog zentimeterdick angefüllt mit dem Besten, was deutsche und europäische Firmen im Bereich Medizin- und Labortechnik anbieten. Doch Irrek verkauft nicht nur fremde Produkte. In China lässt das Unternehmen auch Laborschränke und Mikroskope fertigen und bietet diese unter dem Namen „Irmeco“ als Eigenmarke an.
Sein eigenes Domizil hat Michael Kühn von Rinus Hallenbau an der Industriestraße errichtet. Der europaweit tätige Unternehmer verlagerte sein Geschäft von Ribnitz-Damgarten nach Schwarzenbek und hat den Gewerbepark mitgebaut. Die Hallen sind besonders energiesparend. Aktuell errichtet Kühn den Bauhof in Barsbüttel, im Vorjahr baute er auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld unter anderem Hallen für ein Auffanglager des DRK.
Mit Spezialanfertigungen punktet auch Frank Masteit von der KTL Zurr- und Hebetechnik. Der Unternehmer liefert Gurte und Sicherungssysteme für die Industrie, Betriebe im Hafen und für Airbus.
Den größten Teil des Gewerbeparks nutzen mit 1000 Quadratmetern Fläche Doris und Dirk Klinnert von K&S Antriebssysteme. Die beiden importieren Elektro-Motoren für Industriekunden aus China, Holland und Italien. „Die meisten Produkte werden bei uns nach Kundenwünschen modifiziert. Sie kommen im Maschinenbau, bei Lüftern und an Förderbändern zum Einsatz“, berichtet Klinnert.
Auf dem Gelände gibt es auch die erste chinesische Aktivität n der Europastadt: Eine Maschinenbaufirma aus dem Reich der Mitte hat auf dem Gelände seit einem Jahr ihr Lager. Der Gewebepark an der Industriestraße ist laut Babalik aktuell zu 95 Prozent ausgelastet. Gespräche mit einem weiteren Unternehmen werden derzeit geführt.
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