Aktivregion
Brüssel: Umsetzung der Förderung ist vorbildlich
Mittwoch, 4. Januar 2012 19:09
- Von Marcus Jürgensen
Schwarzenbek. Die Aktivregion Sachsenwald-Elbe zieht eine erfolgreiche Jahresbilanz. Lob kommt auch aus dem fernen Brüssel. Denn in Schleswig-Holstein wird die von der EU vorgegebene Organisationsstruktur zu 98 Prozent erfüllt.

Foto: Jürgensen
Im Norden top, im Süden noch ein Flickenteppich: Geschäftsführer Ralf Benno Brassat und Mitarbeiterin Dagmar Lempges sind stolz auf die Zuschüsse, die sie vermitteln konnten.
„Die Aktivregionen im Norden arbeiten so erfolgreich, dass Brüssel unser
Konzept jetzt sogar europaweit umsetzen will“, blickt Ralf Benno Brassat,
Geschäftsführer der Aktivregion Sachsenwald-Elbe auf ein erfolgreiches Jahr
zurück. Das Lob gilt nicht nur für den eigenen Wirkungskreis im Gebiet
zwischen Reinbek und Lauenburg, sondern für alle 21 Aktivregionen in
Schleswig-Holstein. „Mit unserer Organisationsstruktur erfüllen wir die von
der Europäischen Union gesetzten Vorgaben zu 98 Prozent“, sagt Brassat und
kann sich einen kleinen Seitenhieb auf die Kollegen im Süden nicht
verkneifen: „In Bayern bilden fünf Dörfer eine Aktivregion, im Vorstand
sitzen die fünf Bürgermeister und setzten fünf Projekte um – eines für jedes
Dorf. So soll es aber nicht sein.“
Dabei ist EU-weit festgeschrieben, dass mindestens 50 Prozent der Mitglieder
sogenannte WiSo-Partner sein müssen. Von den 132 Mitgliedern der als Verein
organisierten Aktivregion Saschsenwald-Elbe kommen sogar 78 aus dem
privatwirtschaftlichen und sozialen Bereich (WiSo), Städte und Dörfer
stellen nur 54 Mitglieder. Seit Gründung der Aktivregion im Herbst 2008
wurden vom Vorstand 48 Projekte befürwortet, darunter 12 private und 36
öffentliche. Bei 22 Projekten ist das Geld bereits geflossen. Es wurden aber
auch fünf Anträge zurückgezogen und zwei vom Landesamt für Landwirtschaft,
Umwelt und Ländliche Räume (LLUR) abgelehnt.
Das sei ein Risiko, auf das er jeden Antragsteller auch hinweise, erklärt
Brassat. Denn ein Antrag allein reicht nicht aus, um an die Fördergelder zu
kommen: Das Konzept wird zunächst in der Schwarzenbeker Geschäftsstelle am
Markt 3 gründlich überprüft. Wenn der Geschäftsführer der Meinung ist, dass
es den Richtlinien entspricht, wird es auf der regelmäßig tagenden
Vorstandssitzung der Aktivregion vorgestellt. Kleine Projekte kann der
Vorstand aus seinem Grundbudget in Höhe von jährlich 300.000 Euro fördern.
Größere Projekte werden als „Leuchtturmprojekte“ an die Landesbehörden
weitergereicht und im Beirat der Aktivregionen verabschiedet – sofern sie
dort auf Zustimmung stoßen. Brassat: „Selbst wenn wir im Vorfeld alles
klären, weiß ich nicht, ob Vorstand oder Beirat Ja sagen. Gegen so eine
Ablehnung kann der Antragsteller auch keine Rechtsmittel einlegen – darüber
lasse ich aber auch niemand im Unklaren.“
Hat das Projekt alle Hürden genommen, gibt es einen Zuschuss in Höhe von 45
Prozent der förderfähigen Investitionskosten. „Das Geld ist ein Zuschuss,
kein Kredit: Der Antragsteller muss es weder zurückzahlen noch werden Zinsen
fällig“, so Brassat. Die Chance auf so einen Zuschuss hat auch der
Schulverband Müssen genutzt: Auf der letzten Sitzung der Aktivregion wurde
die Förderung eines Naturkundehauses beschlossen. 300.000 Euro soll der Bau
samt Seminarraum, der von Nabu, Kreisforsten, Tourismusverband und
Geopark-Initiative genutzt werden kann, kosten. Davon sollen 123.000 Euro
als Zuschuss aus EU-Töpfen fließen. Zur nächsten turnusgemäßen Sitzung
treffen sich Vorstand und Mitglieder der Aktivregion Sachsenwald-Elbe am
Mittwoch, 11. Januar, in Kröppelshagen.
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