Kinderbetreuung
Fünfte Kita kommt – in Eigenregie
Mittwoch, 21. Dezember 2011 17:34
- Von Marcus Jürgensen
Schwarzenbek. Gegen die Vergabe der fünften Kita in Schwarzenbek an den ASB hat ein Betreiber Widerspruch eingelegt. Die Stadt habe gegen EU-Recht verstoßen. Schwarzenbek will die Kita nun selbst betreiben.

Foto: Marcus Jürgensen
Schwarzenbeks fünfte Kita soll in der Compeschule eingerichtet werden.
Im nichtöffentlichen Teil des Finanzausschusses wollten die Politiker kurz vor
Jahresende die Kosten vergleichen und endgültig entscheiden, ob der
Arbeitersamariterbund oder die gemeinnützige Montessori GmbH aus Ratzeburg
die fünfte Kita in der Compeschule betreiben soll. Es sollte eine
Punktlandung werden, stattdessen drohte ein Desaster: Am 31. Dezember müssen
die Unterlagen beim Kreis vorliegen, um Zuschüsse zu den Investitionskosten
zu erhalten.
Doch einen Tag vor der entscheidenden Sitzung folgte die Hiobsbotschaft: Ein
Betreiber von Kitas außerhalb des Kreisgebiets legte Widerspruch ein und
bemängelte das Vergabeverfahren. Nach Informationen unserer Zeitung
kritisiert dieser Kita-Betreiber, dass es keine europaweite Ausschreibung
gegeben habe. Sollte die Stadt gegen geltendes EU-Recht verstoßen haben,
müsste das gesamte Verfahren neu aufgerollt werden.
Die Grenzen, oberhalb derer ausgeschrieben werden muss, liegen bei 5 Millionen
für Bau- und bei 193?000 Euro bei Dienstleistungen – das erklärte Angelika
Schönwälder, Referentin beim Deutschen Städtetag in Berlin. „Dass solche
Verfahren im Kita-Bereich üblich sind, kann ich ausschließen“, so die
Referentin. Bürgermeister Frank Ruppert gab gegenüber unserer Zeitung zu,
dass es zwar keine europaweite Ausschreibung gegeben, man sich jedoch „an
die Vorgaben eines regulären Vergabeverfahrens“ gehalten habe. Zurzeit
überprüfen externe Verwaltungsjuristen im Auftrag der Stadt den Sachverhalt.
Weil die rechtliche Lage unklar ist und die Zeit drängt, haben sich die
Politiker kurzfristig geeinigt: Die Stadt wird die Kita in Eigenregie
betreiben. Das Bauamt stellt momentan die Unterlagen für den
Investitionskostenzuschuss zusammen. So können alle Fristen eingehalten
werden und die Kita im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Ob die Stadt die
Einrichtung nach Klärung aller rechtlichen Fragen selber betreibt, oder doch
an einen der Bewerber abgibt, wird sich ebenfalls im Laufe des nächsten
Jahres zeigen.

Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
Gastro-Tipps
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche














H1Palm aus Schwarzenbek meint:
Das nenne ich echt professionell!
von Interesse meint:
Das nun sogar schon Kitas europaweit ausgeschrieben werden müssen ist ja wohl albern³. Die Frage ist, ob die Verwaltung das hätte wissen müssen. Aber das zu klären ist nun zweitrangig, dafür ist es nun zu spät.
Ich hoffe und wünsche, das es gut ausgeht und wir bald die 5. Kita hier haben.
Allen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!