Bildung
Versuch Regionalschule gescheitert
Mittwoch, 2. November 2011 15:13
- Von Stefan Huhndorf
Schwarzenbek. Die vor drei Jahren gegründete Grund- und Regionalschule ist am Ende. Ab Sommer 2012 werden keine weiteren Fünftklässler aufgenommen. Die Schulleitung hatte es nicht geschafft, die Klassenräume der Schule zu füllen. Eine Zusammenlegung mit einer anderen Schule steht zur Debatte.

Foto: Huhndorf
Die Regionalschule Schwarzenbek wird es in seiner bisherigen Form nicht mehr geben.
„Wir haben es nicht geschafft, Schüler und Eltern von unserem Konzept zu überzeugen.“ Diese bittere Erkenntnis war das Fazit von Liane Maier am Dienstagabend im Sozial- und Kulturausschuss – und der Anfang vom Ende der vor drei Jahren gegründeten Grund- und Regionalschule Schwarzenbek Nordost. Mit einer Enthaltung gaben die Politiker am Ende die grundsätzliche Empfehlung ab, dass die Regionalschule im Sommer 2012 keine neuen Fünftklässler mehr aufnehmen soll. Die derzeit in der Bildungseinrichtung befindlichen Jugendlichen werden an der Cesenaticostraße aber noch ihre Abschlüsse machen können.
Der Ausschussvorsitzende Jürgen Heitmann (FWS) betonte zwar, dass es sich nicht um einen Beschluss, sondern lediglich um eine Empfehlung handele. Aber Fakt ist, dass die Eltern diese Schule nicht wollen und ein Unterricht nur noch jahrgangsübergreifend möglich sein wird. Jede andere Entscheidung würde das Ende der Schule höchstens um zwei Jahre hinauszögern. In diesem Punkt waren sich Liane Maier und Schulrätin Dagmar Lorenzen einig.
Damit das Ende wirklich besiegelt ist, muss unter anderem noch der Schulverband entscheiden und ein Antrag auf Auflösung der Schule beim Kultusministerium in Kiel gestellt werden. Aber das ist wohl nur noch Formsache.
Schon im kommenden Jahr würden drei Klassenräume in den Gebäuden frei werden, am Ende im Jahr 2017 wären zehn Klassen frei. Die Politiker haben sich zwar noch nicht positioniert, aber am wahrscheinlichsten erscheint, dass die Centa-Wulf-Schule mit derzeit 30 Schülern dort einzieht. Deren Leiterin Viola Hüfner hatte gesagt, dass es ihr egal sei, ob die Einrichtung künftig im Pavillon der ehemaligen Realschule, in der alten Compeschule oder eben in Nordost sei. Sie brauche aber drei zusammenhängende Klassen, Platz für Büros und Lehrmaterial sowie den Zugang zu Werkräumen. Da die Centa-Wulf-Schule schon eng mit der Schule Nordost zusammenarbeitet, erscheint die Ansiedlung dort also am meisten Sinn zu machen. Das deutete Hüfner auch an.
Zu klären ist auch die Frage, was mit dem Grundschulteil der Gemeinschaftsschule wird. Eines der vier Szenarien von Schulrätin Lorenzen (wir berichteten) sieht vor, dass die Grundschulen organisatorisch in Nordost zusammengelegt und an zwei Standorten (Cesenaticostraße und Breslauer Straße) unterrichtet wird. Da sich Gemeinschaftsschulleiter Andreas Hartung vehement dagegen ausspricht, ist anzunehmen, dass die Politiker seinen Argumenten folgen werden.
„Es ist uns in drei Jahren gelungen, eine Unterrichtsstruktur für die Klassen 1 bis 10 auch mit jahrgangsübergreifenden Projekten von der Grund- in die weiterführende Schule hinzubekommen. Das sollte nicht zerschlagen werden“, forderte er ein. Er habe sich mittlerweile damit abgefunden, dass eine Zusammenführung beider Schulteile an der Berliner Straße aus Kostengründen nicht möglich sei. „Es war aber schon schwierig, eine Unterrichtsstruktur hinzubekommen, bei der die Lehrer eine räumliche Distanz von 300 Metern zur Breslauer Straße überwinden müssen. Da macht es aus meiner Sicht keinen Sinn, die Grundschule mit Nordost zusammenzulegen. Diese Entfernung ist nur in 15 bis 20 Minuten zu bewältigen“, betonte Hartung.
Das letzte Wort haben natürlich die Politiker in den kommenden Wochen.
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