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Chinesische Investoren kaufen leerstehenden Aldi-Markt

Schwarzenbek. Der jahrelange Leerstand des ehemaligen Aldi-Marktes an der Kerntangente hat ein Ende. Dort soll nun ein Showroom für chinesische Textilhändler entstehen. Der erste Schritt für ein 60.000 Quadratmeter großes Handelszentrum für Heimtextilien.
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Schwarzenbek: Chinesen kaufen Aldi Markt
Foto: Marcus Jürgensen
Hao Huang und Wang Guobin halten die Schlüssel für den ehemaligen Aldi-Markt in Händen.
Vorsichtig steckt Wang Guobin den Schlüssel ins Schloss, dreht ihn zweimal um – und die Tür zum ehemaligen Aldi-Markt an der Kerntangente geht auf. Endlich: „Fast vier Monate haben wir gebraucht nur um ein Gebäude zu kaufen“, sagt Wang, Jurist und Geschäftsführer des European Textile Center (ETC), und lächelt.
Bereits in der vergangenen Woche hatten die beiden Stellvertreter des chinesischen Investors Zhu Zhonghui über ihren Anwalt den Kaufpreis für die seit Jahren leer stehende Immobilie, die immer wieder Ziel von Randalierern war, an eine Gesellschaft mit Sitz in Luxemburg und London überwiesen. Den Schlüssel für den Markt haben beide erst jetzt erhalten. „Diese Gesellschaft hat Tausende von Konten und musste erst den Eingang prüfen“, sagt Hao.
Für den 34-jährigen Diplom-Ingenieur und den 29-Jährigen ETC-Geschäftsführer ist dies der erste große Erfolg auf dem Weg auf den europäischen Markt: In Schwarzenbek soll auf der sogenannten Schafwiese an der Grabauer Straße in drei Bauabschnitten ein 60.000 Quadratmeter großes Handelszentrum für Heimtextilien samt Hotel entstehen.
Während der jüngsten Chinareise hatten Bürgermeister Frank Ruppert und Investor Zhu im Beisein von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen einen entsprechenden Vorvertrag unterzeichnet: Zhu bekräftige seine Absicht zu bauen, und die Stadt Schwarzenbek sicherte dem Investor ihre Unterstützung in allen baurechtlichen Fragen zu (wir berichteten).
Wann es soweit ist, darüber schweigen sich die Chinesen aus. Auch für die Eröffnung des Showrooms im alten Aldi-Markt wagen Wang und Hao keinen genauen Zeitpunkt vorherzusagen. Drei Monate könnte es wohl dauern, so Hao. Hintergrund: In Unkenntnis des deutschen Baurechts und seiner bürokratischen Hürden hatte Zhu die Eröffnung des 50 Millionen Euro teuren Handelszentrums bereits für das kommende Jahr angekündigt. Mittlerweile sind seine Stellvertreter deutlich vorsichtiger. Hao: „Wir sind schon ein bisschen gewöhnt an die Geschwindigkeit hier. Vorher hatten wir weniger Geduld, aber jetzt ist alles in Ordnung.“
Ein Architekt ist bereits mit den Umbauplänen befasst, soll jetzt die Gewerke ausschreiben. Während das Lager erhalten bleibt, wird der ehemalige Verkaufsraum umgestaltet, erhält ein neues Lichtkonzept und neuen Fußboden. Das Büro der Firma wird in den ehemaligen Lotto-Laden einziehen. Die Eröffnung soll noch in diesem Jahr erfolgen.
Der Showroom habe das Ziel, so Wang, den Weg für das Großprojekt frei zu räumen. Er sei die erste Anlaufadresse für die künftigen Geschäftspartner gedacht. Hao: „Wir haben nicht so viel Erfahrung in Deutschland, brauchen deshalb diese Ausstellungsräume, um den Kunden unsere Produkte auch zeigen zu können.“
Mehr als eine Million Euro wird ETC inklusive Kauf und Umbau in diesem Jahr investieren. Nach dem Umbau sollen auch deutsche Mitarbeiter eingestellt werden. Hao: „Wir suchen Mitarbeiter aus der Textilbranche mit guten Englischkenntnissen – Chinesisch ist nicht erforderlich.“
5 Kommentare
Schwarzenbeker Jung meint:
Und an alle Dummschätzer, das mit dem Kauf von Immobilien ist so eine Sache, wenn ich alleine an Lauenburg das alte Krankenhaus denke, da hat es über 12 Moante gedauert bis Geld floss, also was sind vier Monate. Das Geld war doch da um den ehemaligen Aldi Markt zukaufen, liegt doch wohl an dem Verkäufer. Wenn diese 1000 !!! Konto überprüfen muss dauert das ja wohl seine Zeit. Deutschland ist bekannt für sein Behörden irrsinn, das haben auch die beiden Chinesen verstanden.
Immer wird das kein Projekt a´la Freizeitbad.
Weitblicker meint:
Ich bin gegen die Ansiedelung der Chinesen. Für ein solches Projekt (wenn es denn überhaupt Realität ist und sich nicht wieder als Hirngespinst entpuppt) ist unsere Stadt viel zu klein und damit völlig überfordert.

Außerdem traue ich den Chinesen kein Stück...
Michael Hagel meint:
Herzlich Willkommen wünschen auch die Eisenbahnfreunde Schwarzenbek

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