23.02.2012, 20:15

Handelszentrum Chinesen: "Der Schauraum ist nicht so wichtig"

Stefan Huhndorf
Aldi Markt

Foto: Stefan Huhndorf / Huhndorf

Aldi Markt Foto: Stefan Huhndorf / Huhndorf

Schwarzenbek. Die Umsetzung des im ehemaligen AldiMarkt geplanten Schauraums für Heimtextilien stockt. Die chinesischen Investoren arbeiten derzeit von ihrer Wohnung aus. Sie betonen: Beim European Textile Center laufe alles nach Plan.

Über Zeitpläne und Termine wollen sich Hao Huang und Guobin Wang nicht mehr äußern. Nur so viel: Beim European Textile Center läuft alles nach Plan. Die beiden Chinesen, Statthalter des Investors Zhonghui Zhu aus Haimen, haben den alten Aldi-Markt an der Buschkoppel zwar im Sommer vergangenen Jahres als Schauraum, Büro und Keimzelle für das große Handelszentrum für Heimtextilien gekauft. Sie nutzen das Gebäude aber nicht, sondern arbeiten von ihrer Wohnung aus.

„Wir haben dort die komplette Infrastruktur mit Telefon, Fax und Computern und sind sehr viel unterwegs. Der Schauraum ist momentan nicht so wichtig“, sagt Guobin Wang, der seit einigen Monaten in Geesthacht täglich vier Stunden Deutsch lernt.

Die Messe für Heimtextilien in Frankfurt im Januar haben die beiden genutzt, um den Deutschen und den europäischen Geschmack auszuloten. „Unser Unternehmen ist zwar bereits in Südamerika und Afrika aktiv, dort ist der Geschmack aber nicht so viel anders als in China. Für Europa brauchen wir eine neue Kollektion und gute Qualität. Daran arbeiten wir gemeinsam mit den Herstellern“, so Hao Huang.

Nach wie vor sind die beiden dabei, einen Katalog zu erstellen. Problematisch war auch, dass die Designerin, die im Dezember nach Schwarzenbek kam, nur ein Visum für zwei Wochen erhalten hatte. Überhaupt sind die Visa ein Kernproblem für die Chinesen.

Angesichts der zahlreichen Aufgaben und von Entscheidungsprozessen in Haimen haben die beiden die Bauarbeiten zurückgestellt. Dennoch sind sie zuversichtlich, dass das Handelszentrum kommen wird – irgendwann. Auch über die Fertigstellung des Schauraums wollten sie sich nicht weiter äußern. Bis der Markt sondiert ist und Kunden für die Heimtextilien-Hersteller in China gefunden sind, wird es auch keine Gespräche mit der Firma Fette über den Kauf der Schaftwiese geben.

Erst wenn feststeht, in welchem Umfang Interessenten für die chinesischen Waren gefunden werden können, gehen die Planungen weiter. Die beiden Chinesen bahnen die Kontakte nur an. Ihr Kerngeschäft ist es nachher, ein Handelszentrum zu bauen, in dem sich die chinesischen Textilienhersteller einmieten können. Ob es dann tatsächlich 300 Firmen sein werden, wie vor drei Jahren vollmundig von Politikern angekündigt wurde, muss sich zeigen.

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