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China: Chance oder Risiko?

Schwarzenbek. Was bedeutet die Ansiedlung eines chinesischen Handelszentrums für Heimtextilien für Schwarzenbek? Ist die 50-Millionen-Euro-Investition von Investor Zhonghui Zhu eine Chance oder ist es ein "Tanz auf dem Drahtseil"?
Sbk: FDP-Stammtisch zu China
Foto: Marcus Jürgensen
Stellte sich den Fragen der Gäste: Andreas Thiede mit Helmut Stolze und dem FDP-Vorsitzenden Holger Kempter (v.li.).
Auf Einladung der FDP diskutierte Lauenburgs designierter Bürgermeister und Noch-Wirtschaftsförderer der Stadt Schwarzenbek, Andreas Thiede, mit Befürwortern und Kritikern des Projekts.
Zahlreiche Fragen hatten die Liberalen zu Geschäftsmodell, möglichen Gewerbesteuereinnahmen und Auswirkungen auf die Stadt vorbereitet. Thiede, der ursprünglich gar nicht zum Stammtisch eingeladen war, hatte nach einem kritischen Leserbrief des FDP-Fraktionsvorsitzenden Helmut Stolze das Gespräch mit diesem gesucht und stellte sich am gestrigen Sonntag den Fragen der mehr als 50 Gäste in Schröders Hotel.
Zu Beginn wies er auf die Anfänge der Schwarzenbeker China-Kontakte hin: Beim Fette-Jubiläum vor drei Jahren hatten Thiede, Bürgermeister Frank Ruppert und Dr. Thian-Fong Tjan die chinesische Unternehmerin Puping Wang aus Haimen kennengelernt und mit ihr mögliche Wirtschaftskontakte beraten. Mittlerweile steht das daraus entstanden Projekt des Handelszentrums für Heimtextilien vor einem weiteren Durchbruch: „Ich hoffe, dass wir den Kaufvertrag bis Ende März unter Dach und Fach haben“, so Thiede, der am 1. April sein Amt als Bürgermeister in Lauenburg antritt. Die Chancen für den Grundstücksverkauf von Fette an Zhu stünden derzeit gut.
Ob man mit diesem Objekt Gewerbesteuern generieren könne, wollte Frank-Peter Sander, Vorsitzender der Wählergemeinschaft BUB wissen: „Das sind doch nur Showrooms. Das Geld wird doch in China verdient.“ Dem widersprach Thiede: Mit Zhu sei verabredet, dass die 300 Unternehmen, die sich in das Objekt einmieten sollen, in Deutschland Tochterfirmen gründen. Auch wenn die Steuern hier höher als in China seien, klinge das nur auf den ersten Blick seltsam, so Thiede: „Auch die Gewinne fallen dann in Deutschland an und sind vor dem Zugriff des chinesischen Staates sicher.“
Auch die Gefahr, dass es Schwarzenbek so gehe wie Marl oder Neuss, wo bereits Handelszentren bestehen und durch Billigangebote und Verwahrlosung für negative Schlagzeilen sorgen, sieht Thiede nicht: „Das sind alte Konzepte. Wir haben hier mit Zhu einen Partner, der Weltmarktführer in diesem Bereich ist.“ Immerhin 100 Milliarden Euro Umsatz werden mit Heimtextilien in China generiert, davon bisher „nur“ 20 Milliarden über den Export.
30 Kommentare
Jiao Yu Min Yi meint:
Herr raten Sie mal, ob Sie und ich die Kommentare des Herrn Peng Ei Weg als polemisch empfinden, ist meines Erachtens ziemlich unerheblich. Viel wichtiger ist mir, ob er und andere Kommentatoren begründet Fragen stellen oder kritische Hinweise geben. Und das scheint mir doch der Fall zu sein.

Da das Thema Arbeitsplätze eine besondere Rolle spielt, haben mich die Aussagen des Herrn Thiede, die in den Lübecker Nachrichten veröffentlicht wurden, auch sehr irritiert. Dazu befragt hat er darauf hingewiesen, dass es neben den von Chinesen besetzten Manager-Posten auch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geben wird. Auf Nachfrage erklärte Herr Thiede dann laut Lübecker Nachrichten, dass der Investor (Vermieter) dies mit den Mietern vertraglich regeln
würde. Bei allem guten Willen, Herr raten Sie mal, aber das ist nun einmal Unfug. Kein Vermieter kann seinen Mieter per Mietvertrag oder in anderer Weise dazu zwingen , Arbeitsplätze zu schaffen. Dass eine derartige Antwort von Herrn Thiede mehr als nur Irritationen auslöst, sollte verständlich sein.

Das Thema Steuereinnahmen ist für die Stadt von außerordentlich großer Bedeutung. Darauf angesprochen glaubt auch Herr Thiede nicht, dass der Investor Steuern zahlen wird. Seine Begründungen: Der ehemalige Aldi-Markt würde nur als Schauraum dienen, es können also keine Gewinne entstehen, die zu versteuern wäre. Außerdem würde der Investor seine Gewinne in China versteuern.

Dann meint Herr Thiede, dass die Mieter der Flächen im Handelszentrum aber bei uns Steuern zahlen würden, weil sie ihre Gewinne dem chinesischen Staat entziehen wollen. Was soll man dazu nur sagen, Herr raten Sie mal ? Das kann doch nicht ernst gemeint sein.

Derartige Ungereimtheiten gibt es reihenweise, die bei jedem Artikel zum Thema Handelszentrum in Kommentaren auch immer wieder genannt werden. Ich bin froh, dass die FDP sich dieser Sache kritische angenommen hat. Und der FDP wird man wirtschaftsfeindlichkeit wohl kaum vorwerfen können.

Mein Eindruck ist, dass Kritik oder unbequeme Fragen nicht erwünscht sind. Kritiker oder Fragesteller werden schnell in die Ecke der Verhinderer gedrängt. Ich meine, wir sollten die Hinweise
prüfen und den gestellten Fragen nachgehen, statt zu versuchen, sie zu verhindern.
Knigge meint:
Der sich als "Peng Ei Weg" ausgebende und offenbar mit viel Tagesfreizeit ausgestatte Schreiber disqualifiziert sich allein schon durch die fehlende Anrede "Herr" vor dem Namen unseres Wirschaftsförderers. Offenbar sind Umgangsformen und Anstand zwei Seiten einer Medaille.
Peng Ei Weg meint:
Herr raten Sie mal, Sie haben aber einen lustigen Namen. Alter Landadel, vermute ich einmal.

Zur Sache selbst: Polemik ist laut Duden ein unsachlicher Angriff. Ich habe auf Tatsachen hingewiesen. Das nennt man sachliche Kritik. Das mag Ihnen und anderen wie auch Thiede nicht gefallen. Damit kann ich leben.

Wenn Sie "konstruktive Beiträge die der Sache dienlich sind" vermissen, schreiben Sie sie doch einfach. Ich bin gespannt auf Ihre Antworten auf viele Fragen, die bereits gestellt wurden.

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