27.02.11

Handelszentrum

China: Chance oder Risiko?

Schwarzenbek. Was bedeutet die Ansiedlung eines chinesischen Handelszentrums für Heimtextilien für Schwarzenbek? Ist die 50-Millionen-Euro-Investition von Investor Zhonghui Zhu eine Chance oder ist es ein "Tanz auf dem Drahtseil"? Von Marcus Jürgensen

Sbk: FDP-Stammtisch zu China
Foto: Marcus Jürgensen Stellte sich den Fragen der Gäste: Andreas Thiede mit Helmut Stolze und dem FDP-Vorsitzenden Holger Kempter (v.li.).

Auf Einladung der FDP diskutierte Lauenburgs designierter Bürgermeister und Noch-Wirtschaftsförderer der Stadt Schwarzenbek, Andreas Thiede, mit Befürwortern und Kritikern des Projekts.

Zahlreiche Fragen hatten die Liberalen zu Geschäftsmodell, möglichen Gewerbesteuereinnahmen und Auswirkungen auf die Stadt vorbereitet. Thiede, der ursprünglich gar nicht zum Stammtisch eingeladen war, hatte nach einem kritischen Leserbrief des FDP-Fraktionsvorsitzenden Helmut Stolze das Gespräch mit diesem gesucht und stellte sich am gestrigen Sonntag den Fragen der mehr als 50 Gäste in Schröders Hotel.

Zu Beginn wies er auf die Anfänge der Schwarzenbeker China-Kontakte hin: Beim Fette-Jubiläum vor drei Jahren hatten Thiede, Bürgermeister Frank Ruppert und Dr. Thian-Fong Tjan die chinesische Unternehmerin Puping Wang aus Haimen kennengelernt und mit ihr mögliche Wirtschaftskontakte beraten. Mittlerweile steht das daraus entstanden Projekt des Handelszentrums für Heimtextilien vor einem weiteren Durchbruch: "Ich hoffe, dass wir den Kaufvertrag bis Ende März unter Dach und Fach haben", so Thiede, der am 1. April sein Amt als Bürgermeister in Lauenburg antritt. Die Chancen für den Grundstücksverkauf von Fette an Zhu stünden derzeit gut.

Ob man mit diesem Objekt Gewerbesteuern generieren könne, wollte Frank-Peter Sander, Vorsitzender der Wählergemeinschaft BUB wissen: "Das sind doch nur Showrooms. Das Geld wird doch in China verdient." Dem widersprach Thiede: Mit Zhu sei verabredet, dass die 300 Unternehmen, die sich in das Objekt einmieten sollen, in Deutschland Tochterfirmen gründen. Auch wenn die Steuern hier höher als in China seien, klinge das nur auf den ersten Blick seltsam, so Thiede: "Auch die Gewinne fallen dann in Deutschland an und sind vor dem Zugriff des chinesischen Staates sicher."

Auch die Gefahr, dass es Schwarzenbek so gehe wie Marl oder Neuss, wo bereits Handelszentren bestehen und durch Billigangebote und Verwahrlosung für negative Schlagzeilen sorgen, sieht Thiede nicht: "Das sind alte Konzepte. Wir haben hier mit Zhu einen Partner, der Weltmarktführer in diesem Bereich ist." Immerhin 100 Milliarden Euro Umsatz werden mit Heimtextilien in China generiert, davon bisher "nur" 20 Milliarden über den Export.

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