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„Interventionelle Radiologie“ bei sogenannter Schaufenster-Krankheit

Vor allem ältere Menschen leiden oft unter der so genannten „Schaufenster-Krankheit“: durch schwere Beine und starke Schmerzen müssen sie bereits nach wenigen Geh-Metern pausieren und sich vermeintlich Schaufenster anschauen.
Grund dafür: Durch Ablagerungen in den Arterien kommt es zu Verschlüssen, sodass neues Blut nicht mehr ausreichend in die Beine gelangt. Der Körper sucht sich neue Wege außerhalb der verstopften Arterien, doch das reicht selten, um das Durchblutungsdefizit zu kompensieren.
In den letzten Jahren wird vermehrt bei Risikopatienten darauf verzichtet, zur Behebung dieser Verschlüsse einen Bypass operativ von der Leiste bis zum Knie zu legen. Stattdessen wird die Wiederöffnung der verschlossenen Arterie durch die sogenannte „interventionelle Radiologie“ bevorzugt, etwa durch eine Ballonweitung oder Implantation einer Gefäßprothese mit Hilfe eines Katheters.
Um eine in voller Länge verschlossene Oberschenkelarterie wieder zu eröffnen, mussten bislang bei einer Länge von bis zu 25 cm aufgrund der Materialbeschaffenheit zwei Prothesen miteinander verbunden werden. Seit Juli ist eine neue Generation von Gefäßprothesen in einer Länge von 25 cm erhältlich. Der dritte Eingriff mit dieser extra-langen Prothese weltweit wurde im St. Adolf-Stift von Prof. Dr. med. Gerrit Krupski-Berdien durchgeführt.
Bei lokaler Betäubung wird in die zerstörte Arterie ein Katheter eingeführt, dessen Sitz immer wieder durch lokales Röntgen des Oberschenkels überprüft wird. Ist die Arterie komplett nachgezeichnet, wird in das Innere des Katheters die Viabahn genannte Prothese eingeführt und am Ende aufgedehnt. Diese Prothese besteht aus einem mit Heparin beschichteten Goretex-Schlauch mit Metallarmierung.

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© Bergedorfer Zeitung 2008