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CDU erklärt ihre Krise für beendet

Reinbek. Die öffentliche Krise der CDU begann mit dem, was in Reinbek mittlerweile salopp die „Schnittchenaffäre“ genannt wird. Kurz vor jener entscheidenden Stadtverordnetenversammlung im März, in der es um die Zukunft des Freizeitbades gehen sollte, meldete sich die CDU-Fraktion nahezu geschlossen krank.
Wilfried Potzahr (links) hat die Krisengespräche geführt, sein Sohn Marc-Oliver Potzahr (rechts) wollte seine Ämter sogar abgeben.
Foto: Anne Müller/Potzshr
Wilfried Potzahr (links) hat die Krisengespräche geführt, sein Sohn Marc-Oliver Potzahr (rechts) wollte seine Ämter sogar abgeben.
  • Verdorbene Schnittchen sollen Schuld an einer Magen-Darm-Verstimmung der Politiker gewesen sein. Viele schickten Genesungswünsche, andere indes glaubten, dass der CDU die schwierige Entscheidung – eine mögliche Schließung des Freizeitbades – auf den Magen geschlagen war.
  • Den nächsten großen politischen Paukenschlag gab es in der letzten Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause: Die Kooperation der Bauhöfe Reinbek und Barsbüttel scheiterte unter anderem daran, dass die CDU als stärkste Fraktion nicht mit einer Stimme abstimmte. Das hatte auch den CDU-Fraktionsvorsitzenden Wilfried Potzahr kalt erwischt.
  • Jüngster Höhepunkt einer uneins wirkenden Partei: Die Christdemokraten stimmten im Schul- und Sozialausschuss am vergangenen Dienstag gegen einen Antrag, den sie selbst eingebracht hatten. Damit war die Vorfinanzierung für eine neue Flutlichtanlage für den FC Voran Ohe erst mal vom Tisch. Damit wiederum hatte Marc-Oliver Potzahr, Fraktionssprecher für diesen Ausschuss, nicht gerechnet.
Seit Montagabend soll jetzt Schluss sein mit der Krise. „Die Außenwirkung war in den vergangenen Wochen problematisch, aber jetzt haben wir uns ausgesprochen“, sagt Wilfried Potzahr, der mit 18 von 21 Stimmen als Fraktionsvorsitzender wiedergewählt wurde. Er gibt zu, dass er in den vergangenen Wochen durchaus darüber nachgedacht habe, die politischen Ämter hinzuschmeißen. „Das ist doch nur natürlich, wenn die Mehrheit der Fraktion in einigen Punkten nicht mehr hinter einem steht. Und wenn ich mit der Fraktion nichts mehr erreichen kann, dann bin ich weg, das habe ich immer gesagt.“ An diesem Punkt sei er jetzt jedoch nicht.
Auch sein Sohn, Marc-Oliver Potzahr, der am vergangenen Donnerstag nach der Ausschussschlappe noch laut über einen möglichen Rückzug aus der Kommunalpolitik nachgedacht hatte, bleibt jetzt nach der Aussprache dabei. „Die Sitzung am Montagabend war ermutigend“, sagt er. Man habe sich zusammengerauft, ein Aufbruchsignal gesetzt.
Nach Meinung seines Vaters Wilfried Potzahr beruhe die Krise im Wesentlichen auf Kommunikationsproblemen innerhalb der Fraktion. Die Sachinformationen seien scheinbar nicht genügend transportiert worden, hätten Gerüchte heraufbeschworen, Emotionen geweckt. Die Devise für die Zukunft: Mehr miteinander reden. Doch Wilfried Potzahr prophezeit schon jetzt: „Wir sind in Reinbek in einer katastrophalen Situation. Die Themen der letzten Wochen waren schwierig, aber sie werden noch schwieriger, noch komplexer.“ Erneut werden der Bauhof und das Freizeitbad auf der Tagesordnung stehen, hinzu kommen die Erweiterung des Gewerbegebietes und der Haushalt 2011.
Um die Fraktion für die Zukunft aufzustellen, hat diese jetzt den Jurastudenten Patrick Ziebcke (29) zu Potzahrs Stellvertreter gemacht. Dieser ist sicher, dass der CDU-Nachwuchs ein würdiger Nachfolger werden wird. Ziebcke indes ist sicher, dass die aktuellen Querelen der CDU keine Intrige gegen den amtierenden Fraktionsvorsitzenden gewesen seien. „Es waren schlicht Missverständnisse“, so der 29-Jährige.
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