Schriftgröße: A A A
Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/reinbek/article79092/Hier_geht_der_Nachwuchs_baden.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Hier geht der Nachwuchs baden

Reinbek. Im Freizeitbad glätten sich langsam die Wogen, draußen geht die Sonne unter. Nur vier Frauen gleiten noch durch das Wasser. Sie haben etwas gemeinsam: Sie erwarten ein Baby und haben gerade 30 Minuten Wassergymnastik hinter sich.
Treffen der Babybäuche: Linda Kuehne (v.li.), Svenja Röttger, Stefanie Kuhn und Sandra Dreiling bereiten sich gemeinsam mit Wassergymnastik auf die Geburt vor.
Foto: Kristina Vogt
Treffen der Babybäuche: Linda Kuehne (v.li.), Svenja Röttger, Stefanie Kuhn und Sandra Dreiling bereiten sich gemeinsam mit Wassergymnastik auf die Geburt vor.
Die wird jetzt montags im Freizeitbad für werdende Mütter und den Reinbeker Baby-Nachwuchs angeboten. Die Frauen strahlen eine große Gelassenheit aus und erzählen über den Beckenrand mit Begeisterung von ihrer Schwangerschaft.
„Während des Trainings ist mein Junge ganz entspannt“, sagt die 24-jährige Sandra Dreiling aus Oststeinbek lächelnd. Die Büroangestellte ist in der 28. Woche. „Aber nach dem Training geht es zu wie bei einem Kickboxturnier“, ergänzt die Ingenieurin Linda Kuehne (31) aus Reinbek, auch sie ist in der 28. Woche. Die vier Frauen lachen zustimmend – und viel. Es gibt schließlich genügend Gründe, sich gemeinsam zu freuen. Babybauch verbindet.
Für Dreiling und Kuehne ist es das erste Kind. „Das Geschlecht bleibt noch geheim, mein Partner möchte es vorher nicht wissen. Es wäre blöd, wenn er es aus der Zeitung erfährt“, meint Kuehne. Sie und Sandra Dreiling sind schon mitten in der Planung. „Ich stehe für einen Krippenplatz auf der Warteliste“, so Dreiling, die mit dem werdenden Vater schon einige Jungennamen in die engere Wahl gezogen hat. „Das Kinderzimmer ist schon fast fertig eingerichtet“, strahlt Kuehne.
Die Wohltorferin Stefanie Kuhn (38) ist in der 35. Woche, sie hat bereits einen zweijährigen Sohn. Auch die 41-jährige Schwarzenbekerin Svenja Röttger (34. Woche) hat ein eineinhalb Jahre altes Kind. Die Papas passen zu Hause auf den Nachwuchs auf. Männer dürfen zwar bei der Wassergymnastik zuschauen, aber Mitmachen ist verboten, erklärt Trainerin Helga Kruse.
„Ob mein Kind sich über das Geschwisterchen freut? Naja, es ist erst eineinhalb, kann aber zwei Wörter sagen, eins davon ist Baby“, meint Röttger strahlend. Sie und Mama Kuhn sind bei den Vorbereitungen ruhiger. „Es ist ja schon irgendwie alles im Haushalt vorhanden.“
Andere sind noch aufgeregter. „Ich vergleiche auf der Straße Kinderwagenmodelle, weil ich gerade selbst auf der Suche bin“, gibt Kuehne zu. Der Wunsch aller: Dass die Kinder gesund zur Welt kommen. „Idealerweise schläft es bald durch“, ergänzt Kuehne augenzwinkernd. Röttger und Kuhn kichern. Mit durchwachten Nächten kennen sie sich aus: Durchschlafen ist ein großes Geschenk.
Sie freuen sich über das neue Angebot des Freizeitbades. Kursusleiterin Helga Kruse (31) ist selbst Mutter des 14-monatigen Sohnes Joris Mattis. Die Ergotherapeutin und Fachangestellte für Bäderbetriebe kommt gerade aus der Elternzeit und schreibt an ihrer Meisterarbeit. In Fortbildungen qualifizierte sie sich für den Kursus an dem bis zu 14 Frauen teilnehmen können. Die Kursusatmosphäre ist persönlich. Man ist per Du und freut sich über die Bewegung. Aquajogging und Wassergymnastik sind zwar schweißtreibend, aber steigern das Wohlgefühl, wenn man sich nicht überanstrengt. „Jede Eigenschaft des Wassers hat eine positive Wirkung“, erklärt Kruse, die für den Kursus aus Bad Segeberg anreist. Während des Trainings steht sie am Beckenrand und macht die Übungen vor – soweit dies möglich ist, denn im Gegensatz zu den Schwangeren im Wasser, hat sie auf dem Trockenen mit der Schwerkraft zu kämpfen.
„Im Wasser bekommt man keinen Muskelkater, viele der Übungen entspannen die Gelenke, straffen das Bindegewebe, stärken den Beckenboden. Und vor allem wird im Wasser der Rücken entlastet.“ Dabei sei man beweglicher, könne nicht fallen und spüre nur ein Zehntel des wahren Körpergewichts. „Der Druck des Wassers steigert die Durchblutung“, fährt sie fort. Durch die Aktivitäten werde der Kreislauf angeregt und damit auch die Sauerstoffzufuhr für das Kind erhöht. Zudem atme man im Wasser, wie man auch während der Entbindung atmen solle – „tiefer, das liegt an dem Wasserdruck, der auf den Körper einwirkt“.
Wenn die Schwangeren das Bad verlassen, liegt das Wasser ruhig da. Am Montag, 16. August, ist das nächste Treffen der kugelrunden Babybäuche.
Noch kein Kommentar abgegeben

Onlineanzeigenannahme
nach oben
© Bergedorfer Zeitung 2008