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Ein „Bauwerk nur für leichte Mädchen“

Reinbek. Ein kreatives Feuerwerk aus mehr als 40 Skizzen zum Thema Holländerbrücke hat unsere Redaktion per Post erreicht. Vermutlich angestiftet durch unsere Serie „Die Brückenidee der Woche“ hat ein unbekannter Künstler seiner Fantasie freien Lauf gelassen.
Holländerbrücke
Foto: unbekannter Künstler
Der unbekannte Künstler hat seine originellen Skizzen auch gleich mit einfallsreichen Kommentaren versehen.
Seine originellen Nutzungsvorschläge für die seit Monaten fertiggestellte, aber nicht begehbare Fußgängerbrücke über die Hamburger Straße sind einfallsreich: von der Idee, wegen „Konstruktionsfehlern nur für leichte Mädchen geeignet“ bis zu dem von der Berliner Mauer inspirierten Vorschlag: „Man könnte einige Stücke zur Erinnerung stehen lassen“. Auch als Überraschungsgeschenk würde sich der Bau, der inzwischen Gutachter und Juristen beschäftigt, eignen – „Weil Politiker glauben, dass die Wähler den Inhalt schon bis nach der nächsten Wahl vergessen hätten“, ist der begabte Zeichner sicher, der leider unerkannt bleiben möchte. Gefallen hat uns auch der Vorschlag: „Man könnte die Fußgängerbrücke einmal im Jahr zum „öffentlichen Verschaukeln“ freigeben.

Mit Cartoonist Andreas Röckener fing der Spaß an

Cartoon
Foto: Anne Müller
Andreas Röckener.
In schwierigen Zeiten sind pfiffige Ideen gefragt. Mit einer Maut-Station (Das Bild in Großansicht) an der Hamburger Straße möchte unser Cartoonist Andreas Röckener die neue Holländerbrücke einer neuen Bestimmung zuführen und gleichzeitig die Stadtkasse füllen.Schließlich liegt das Bauwerk seit Monaten ungenutzt brach, ist aufgrund von Baumängeln mittlerweile sogar ein Fall fürs Gericht. Daran, dass in naher Zukunft Fußgänger in Richtung Täbyplatz oder Hinschendorf darüber spazieren, glauben mittlerweile nur noch wenige. Was spricht also dagegen, dass die Autofahrer für die Stadt in die Eisen gehen und an der Brücke einen Euro Wegzoll bezahlen? Motto: „Zukunft sichern. Ihr Euro für die Brücke.“ Schließlich kostet der Überweg, der keiner ist, mittlerweile stolze 1,46 Millionen Euro. Ist der Kredit getilgt, könnte die restliche Maut in die Sanierung des Freizeitbades Reinbek fließen, das möglicherweise selbst bald baden geht. Grund: Ebbe im städtischen Haushalt. Die Brücke war dann doch ein bisschen teurer als gedacht.
röckener
Foto: Andreas Röckener
Ein Euro Brücken-Maut für die Stadtkasse.
Die Holländerbrücke, die sich inzwischen auch als „Sachsenwald-Philharmonie“ einen Namen gemacht hat, regte Andreas Röckeners seine und unsere Fantasie an. Sechs „Brückenideen der Woche“ hat Röckener entworfen, die wir in einer kleinen Serie vorstellen werden. Dabei sind auch Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wer eine pfiffige Idee zur alternativen Nutzung des Bauwerkes hat, kann diese unter der E-Mail-Adresse reinbek@bergedorfer-zeitung.de einsenden. Die besten wird Röckener zeichnerisch umsetzen. Stoff, das Thema mit spitzem Stift anzugehen, gibt es genug.
röckener
Foto: Andreas Röckener
Kostenlose Autowäsche für alle Reinbeker.
Denn hätte die Stadt im November 2009 geahnt, was für eine Serie von Pleiten und Pannen nach dem Einhängen der Brücke über die Hamburger Straße noch folgt, hätte sie sie vermutlich gleich wieder nach Bremen zurückgeschickt. Inzwischen beschäftigt das Brückendrama sogar das Gericht. Eine Baufirma erstattete Anzeige und lässt am Lübecker Landgericht Beweise gegen die Stadt sichern. (Das Autowäsche-Bild in Großansicht) .
Bis je ein Fußgänger die Brücke betreten wird, können vermutlich noch Monate vergehen.
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