Musikpreis für „Ich+Ich“
Der Echo geht (gefühlt) nach Reinbek
Freitag, 5. März 2010 18:10
- Von Susanne Holz
Reinbek. Er ist der erfolgreichste Musikmacher Deutschlands, und er kommt aus Reinbek: Andreas Herbig, Produzent der bekannten deutschen Band „Ich+Ich“, ist am Donnerstag in Berlin zusammen mit seinem Team mit dem Echo ausgezeichnet worden.

Foto: Ich + Ich
Andreas Herbig (li.) mit dem Erfolgsduo „Ich+Ich“, Annette Humpe und Adel Tawil.
„Ein unbeschreibliches Gefühl, wenn der eigene Name aufgerufen wird. Es ist ein bisschen wie Kino“, sagt der 44-Jährige, der den hochkarätigen Deutschen Musikpreis nach 2008 nun schon zum zweiten Mal bekam.
Das Album „Gute Reise“ des Erfolgsduos Annette Humpe und Adel Tawil hatte die Deutsche Phono-Akademie überzeugt. Ihr Urteil: „Technisch brillant und musikalisch berührend haben die Produzenten das Konzept der Berliner Band kongenial auf den Punkt gebracht.“ Der Echo wird seit 1992 verliehen, er ging schon an Größen wie Madonna, Bob Geldorf und Robbi Williams, der auch dieses Jahr wieder geehrt wurde.
Dass er einmal in der Reihe dieser Namen genannt werden würde, hatte Andreas Herbig anfangs selbst nicht gedacht. „Es ist ein Traum, in diesem Beruf arbeiten zu dürfen. Und es ist ein Privileg, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann und dabei auch noch erfolgreich ist“, sagt der Preisträger, der mit seiner Familie in Hamburg-Eimsbüttel lebt.
Der Sohn aus erster Ehe von Reinbeks Künstlerin Ulla Schneider (Atelier Mal so Mal so) und Kommunalpolitiker Baldur Schneider (SPD) war nach dem Abitur an der Sachsenwaldschule gerade als Praktikant in die Hamburger Musikszene eingestiegen, als er von Musik-Urgestein Udo Lindenberg entdeckt wurde. Eigentlich sollte er im Studio nur Tee für die Künstler kochen, doch die erkannten schnell sein Potenzial. Die Verbindung zu Lindenberg („Sonderzug nach Pankow“) riss über die Jahre nie ab. 2009 verhalf Andreas Herbig Lindenberg zu einem erfolgreichen Comeback-Album. Auch Annette Humpe von „Ich+Ich“ hatte er schon Jahre vor der Zusammenarbeit kennengelernt. „Für mich schließt sich gerade ein Kreis.“
Dass sich eine deutsche Band mit deutschen Texten gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen kann, verwundert ihn nicht. „Die Menschen mögen ehrliche und einfache Popmusik mit Herz und Texten, die sie verstehen.“ Ob er jetzt den dritten Echo anstrebt? „Musikmachen macht Spaß. Das Letzte woran man dabei denkt, sind Preise, die man gewinnen könnte“, sagt Andreas Herbig. Aber schön ist es dann doch, wenn es passiert. . .
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