Reinbeks Gasnetz
Frost fordert die „Schnüffler“ heraus
Mittwoch, 24. Februar 2010 19:05
- Von Anne Müller
Reinbek. Er ist zurzeit Reinbeks „Schnüffler“ vom Dienst. Und das, obwohl Andreas Ridder (31) eigentlich eine kleine schlanke Nase hat.

Foto: Anne Müller
Andreas Ridder hält das Gasspürgerät in den Schacht.
Aber wenn der Gasmonteur die Gullydeckel abschreitet, holt er ohnehin sein „verlängertes Riechorgan“ zu Hilfe: ein orangefarbenes Gasspürgerät, dessen Schlaucharm in die Unterwelt eintaucht, um Rohrlecks aufzuspüren. In diesen Tagen ist der besonders sensible Geruchsdetektor häufig im Einsatz. „Wenn der Frost aus dem Boden weicht, gibt es viel Bewegung im Erdreich und es kann schon mal dazu kommen, dass Leitungen betroffen werden“, sagt Kai Kröger, Technischer Leiter des E-Werks Reinbek-Wentorf. Das Gas suche sich aus 80 Zentimeter Tiefe seinen Weg über Schächte.
Gefahr sei jedoch nicht im Verzuge. Gasunfälle habe es in Reinbek in der Vergangenheit allenfalls gegeben, wenn Bagger falsch angesetzt wurden, beruhigt der Fachmann ängstliche Gemüter. Das 215 Kilometer lange Gasleitungsnetz, das die Stadtwerke 2006 von dem Energieriesen E.ON übernommen hatte, werde regelmäßig von Profi-Firmen untersucht. Das sieben Kilometer lange Hochdrucknetz (16 bar) inspizieren externe „Schnüffler“ sogar zweimal im Jahr. Das heißt: Sie gehen den Bereich über den im Erdreich verlaufenden Rohren mit Spezialgeräten ab.
Auch der harte Frost der vergangenen Wochen konnte Reinbeks Versorgungsnetz nichts anhaben. Dafür hat er den Umsatz des kommunalen Energieversorgers angeheizt: „Im Januar 2010 ist der Erdgasverbrauch gegenüber Januar 2009 um 15 Prozent gestiegen“, zieht Kröger Bilanz. Der Gesamtjahresumsatz der 6000 Gaskunden liege zwischen 250 und 290 Millionen kWh. Allein im Januar wurden etwa 50Millionen kWh verbraucht.
Und der Versorger kann sich langfristig auf weitere Kunden einstellen. Von 2013 an soll auch das Wentorfer Gebiet von den Stadtwerken mit Erdgas versorgt werden. Expansionspläne liegen in der Schublade, deutet Kröger an. Denn auch weitere Nachbarstädte und Gemeinden in Stormarn würden gern mit ans Netz der Stadtwerke Reinbek gehen.
Dann könnte sich das Einsatzgebiet der „Schnüffler“ wieder um einige Kilometer verlängern.

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