Kinderbetruung
Neue Krippe auf dem Schulgelände
Sonntag, 21. Februar 2010 20:27
- Von Stephanie Rutke
Aumühle. Wenn der Kreis die Gemeinde mit Fördermitteln unterstützt, können Leonard (2), Marlon (2), Helena (1) und ihre Freunde bald ihre Spielsachen in Koffer packen und in einen Krippen-Neubau mit 30 Plätzen auf dem Schulgelände an der Ernst-Anton-Straße umziehen.

Foto: Stephanie Rutke
Leonard (2), Marlon (2) und Helena (1) könnten bald in eine neue Krippe für 30 Kinder umziehen.
Derzeit fehlen mindestens zehn Ganztagsplätze für die Betreuung des Nachwuchses. Eine Erweiterung am bisherigen Standort in der Großen Straße ist aus räumlichen Gründen nicht möglich, zudem läuft der Mietvertrag nur bis Januar 2011.
Krippenleiterin Irmtraud Edler wünscht sich seit Langem eine dauerhafte Lösung für ihre kleinen Schützlinge. Sie selbst war es, die 2007 aus der Platznot heraus zu unkonventionellen Methoden griff. „Im ersten Jahr habe ich die Kinder bei mir zu Hause betreut“, erklärt sie. Ein Jahr später kam der Umzug in die Große Straße – allerdings nur als Übergangslösung. Mittlerweile führt Edler eine Warteliste, muss immer wieder berufstätige Eltern und ihre Kinder abweisen.
Seit Monaten stehen die Gemeindevertreter vor der Frage: Krippen-Neubau oder Umbau der Räume im freiwerdenden Trakt der Ann-Mari-von-Bismarck-Schule? Ralf Inzelmann, Betreiber der agilo-Kinderkrippe, hält diese Möglichkeit für völlig ungeeignet: „In dem Gebäude wäre es viel zu laut für die Krippenkinder.“ Auch die Variante, den evangelischen Kindergarten aus dem Weidenstieg in die Schule umziehen zu lassen und in den freiwerdenden Räumen die Krippe einzurichten, wäre nur ein Kompromiss. Grund: Kein Platz für die dritte Krippengruppe.
Die Baukosten für einen Krippen-Neubau mit drei Gruppen würden sich auf etwa 700.000 Euro belaufen. Trotz Kreis- und Bundeszuschüssen käme auf die Gemeinde ein Eigenanteil von geschätzten 130.000 Euro zu. Das Problem: „Es sind nur noch begrenzt Mittel in den Fördertöpfen, aber es werden kreisweit sehr viele Maßnahmen beantragt“, sagt Stefanie Krüger-Johns, zuständig für die Kindertagesstättenbedarfsplanung beim Kreis Herzogtum-Lauenburg.
Das erste Kontingent an Fördergeldern des Landes in Höhe von 3,5 Millionen Euro für den Kreis ist schon vollständig vergeben. „Einige Projekte sind bereits fertiggestellt“, so Krüger-Johns. Der Kreis habe den Vorgriff auf Mittel des zweiten Kontingentes in Höhe von 1,25 Millionen Euro erhalten. Die Vergabe der Gelder wird nach Dringlichkeit entschieden. Ob die geplante Krippe in Aumühle auf dieser Liste auf den vorderen Plätzen stehen wird, ist noch völlig ungewiss.
Zudem soll nicht nur die Situation der Krippenkinder, sondern auch die der Grundschüler verbessert werden. Der Verein „Feste Grundschulzeiten“, der für die Betreuung nach Schulschluss sorgt, ist seit Jahren provisorisch – zum Teil in Containern – untergebracht. Er soll jetzt Räume im freiwerdenden Schultrakt erhalten. 60 Prozent der Aumühler Grundschulkinder werden nach der Schule betreut, bekommen ein Mittagessen und können unter Aufsicht Hausaufgaben machen. Allen ist klar: Ohne Fördermittel wird aus allen Plänen nichts.
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