Jürgen-Rickertsen-Haus
Stadt sperrt den Seniorentreff
Donnerstag, 18. Februar 2010 21:16
- Von Susanne Holz
Reinbek. Das Jürgen-Rickertsen-Haus, der beliebte Seniorentreff am Schulweg 7, ist bis zum 26. Februar gesperrt. Offizieller Grund: Probleme mit den Trennwänden.

Foto: Dörte Hoffmann
Auf dem Dach des Jürgen-Rickertsen-Hauses hat sich in den vergangenen Wochen viel Schnee angehäuft. Zur Frage, ob dies möglicherweise der Grund für die Sperrung ist, nahm die Stadt gestern keine Stellung.
„Ich falle gerade aus allen Wolken.“ Das war die erste Reaktion des Seniorenbeauftragen Horst-Manfred Rosin auf die neuesten Nachrichten: Das Jürgen-Rickertsen-Haus, der beliebte Seniorentreff am Schulweg 7, ist bis zum 26. Februar gesperrt. Besucher wurden seit Donnerstag durch einen Zettel an der Eingangstür informiert. Dort jedoch war nur die Rede von einer Sperrung bis einschließlich Montag. Offizielle Begründung der Stadt: „Die Konstruktion der mobilen Trennwände muss überprüft werden. Zurzeit lassen sich die Trennwandelemente nicht mehr verschieben, da sich die Haltevorrichtung verzogen hat“, so Pressesprecherin Maike Franell.
Zu der Frage, ob sich die Haltevorrichtungen möglicherweise deshalb verzogen haben, weil das Flachdach unter der Schneelast der vergangenen Wochen einknickt, bezieht die Stadt zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellung. „Das wäre reine Spekulation. Am Montag werden Fachleute die Situation vor Ort begutachten, dann präsentieren wir das Ergebnis“, sagte Reinbeks erster Stadtrat Uwe Voß gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Sperrung sei erfolgt, um Menschenleben nicht zu gefährden und weitere Sachschäden im Inneren des Gebäudes zu verhindern.
Der Seniorentreff war binnen neun Monaten gebaut und im März 2008 eröffnet worden. Die Baukosten von rund einer Million Euro hatten sich die Jürgen-Rickertsen-Stiftung und die Stadt geteilt. Mittlerweile nutzen pro Woche rund 330 Menschen das Haus, die Angebote von Schach über Computerkurse bis hin zu Skat und Kabarett sind gut besucht.
Deshalb ist die Enttäuschung bei Ingrid Cordsen-Froese und ihrem Team jetzt besonders groß. Für heute und für Sonntag hatte die Leiterin der Theatergruppe „Die Reinbekerei“ zur Aufführung ihres Stückes „Carpe Diem – Nutze den Tag“ eingeladen. „Wir haben pro Vorstellung rund 70 Gäste erwartet“, sagt die 66-Jährige. Nach einem Jahr Üben war die Generalprobe eigentlich für gestern Nachmittag angesetzt. Sie musste kurzfristig ausfallen, alle weiteren Vorstellungen sind ebenfalls abgesagt.
Per Telefonkette, mit Postwurfsendungen und persönlich hatten die Schauspieler gestern ihre Stammgäste informiert. „Es ist hoffentlich nur aufgeschoben und nicht aufgehoben, einen Ersatztermin haben wir aber noch nicht“, sagt Cordsen-Froese. Ihr wichtigstes Requisit hängt noch im beliebten Seniorentreff – ein wunderschönes Brautkleid. Ohne dieses kann die Komödie auch auf keiner anderen Bühne aufgeführt werden.
Nicht nur die Laienschauspieler, auch Horst-Manfred Rosin hofft, dass der Seniorentreff so bald wie möglich wieder geöffnet wird. „Bislang haben wir uns dort immer sehr sicher gefühlt. Von technischen Defekten haben wir in den vergangenen Jahren nichts mitbekommen. Das Haus war perfekt“, sagt Rosin.
Die Entscheidung, wie es weitergeht, fällt am kommenden Montag.

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