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Politiker kündigen „Hausdurchsuchung“ an

Reinbek. Die Zukunft der Neuschönningstedter Zweigstelle der Stadtbibliothek rottet im maroden Pavillon weiter ungeklärt vor sich hin. Jetzt machen sich Politiker selbst auf die Suche nach Ersatzräumen.
Das Thema geistert seit Monaten durch die politischen Gremien. Doch auch in der jüngsten Sitzung des Jugend-, Sport-, und Kulturausschusses (JSK) mochte es niemand zum Abschluss bringen.
Während die Gremien den Ball hin- und herspielen, beharrt die benachbarte Gertrud-Lege-Schule darauf, dass sie die Bücherei nicht aufnehmen kann. Die Politik unterstellt wiederum, dass hinter vorgehaltenem pädagogischen Schild gemauert wird. Als „Abwehr-Angebot“ wurde in der Sitzung jetzt der Vorschlag einer Architektin zurückgewiesen, den Werkraum und die Schulküche für die Bücher umzurüsten. Ausgerechnet zwei ungeeignete Räume, die hohe Umbaukosten erfordern würden, wurden von der Schule genannt, so der Vorwurf. Deshalb wollen sich die Politiker jetzt selbst auf die Suche nach geeigneten Räumen machen.
„Die Schule stellt sich quer und wir müssen wirklich jeden Raum durchgehen. Für 100.000 Euro könnte auch der Pavillon umgebaut werden“, sagte Uwe Rasch (FDP). Auch Leif Fleckenstein (Forum 21) griff den Vorschlag auf und schlug eine konzertierte Besichtigungstruppe aus JSK- und Sozial-Ausschuss vor. Mit dem Kulturausschuss, Schulleitung und Eltern soll ein gemeinsamer Termin in der Gertrud-Lege-Schule einberufen werden.
Dass Bürger für ihre Stadtteilbibliothek Einsatz zeigen würden, bewies Gerd Kölle (75) in der Fragestunde. Der pensionierte Techniker schlug vor, den Pavillon ehrenamtlich zu sanieren.
Auch was den von der Stadtbibliothek gewünschten Jugendraum angeht, muss sich Leiterin Maya König weiter gedulden. Obwohl der Etat für die Ausstattung nicht üppig angesetzt war, knauserten die Politiker, als es um Geld für DVD- und CD-Regale ging. Dafür sollte die Bibliotheksleiterin bei großen Ketten anklopfen und nach ausrangierten Medienverkaufsregalen fragen. „Warum muss denn immer alles neu sein“, gab Diethard Joppich (FDP) zu bedenken.
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