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Es funkte im dunklen Kinosaal

Reinbek. Im wahrsten Sinne des Wortes hineingestolpert ist Thomas Hoeck in sein Ehrenamt:
Bürgerpreis
Foto: Susanne Tamm
Vorsicht, Film „klebt“: Thomas Hoeck zeigt seinem Sohn Jonar (1) einen alten 35-Millimeter-Film.
Foto: BZ
Noch als 14-jähriger Realschüler wollte der heutige Vorsitzende des Filmrings ein paar Stühle zurück ins Forum im Schulzentrum bringen. Dort aber lief – vor 26 Jahren – gerade eine Filmvorführung.„Was ist denn hier los?“, dachte er, als er in den halbdunklen Saal platzte. An den Titel erinnert der 40-Jährige sich heute nicht mehr. „Doch am folgenden Montag, bei der ‚Ehe der Maria Braun’ war ich dabei“, erzählt er. Bald wusste er, dass der Verein die Reinbeker seit 1956 einmal im Monat mit interessanten Filmen versorgte.
Reizte Thomas Hoeck zuerst 1983 noch die Technik der alten Vorführgeräte, zeigte sich auch bei ihm die Wirkung des Mottos „Film klebt“: „Wer einmal mit Film zu tun hatte kommt davon nicht mehr los“, gesteht Hoeck. Noch als Jugendlicher übernahm er das Amt des Pressebeauftragten, 1990 wurde er zweiter und 1994 Vorsitzender. „Erschreckend“, scherzt er, als er feststellt, wie lange er schon dabei ist. Heute verbringt er jeden Montagabend mit den anderen acht Aktiven beim Vereinstreffen. „Wenn man nach einer Vorführung tolle Resonanz erfährt, macht das einfach Spaß. Bei ausverkauftem Haus sind schließlich 500 Zuschauer glücklich, dass sie in Reinbek ein Kino haben“, erzählt Hoeck. Jeden ersten Montag im Monat gibt es eine Vorstellung für die Reinbeker. Außerdem gibt es jeweils eine Vorführung pro Monat im Glinder Gutshaus sowie im Augustinum in Aumühle. Im Sommer kommt noch das Open-Air-Kino im Schlosspark hinzu.
In seinem Wohnzimmer in Neuschönningstedt sucht man vergebens einen Fernseher. Bei einem Cineasten darf es schon etwas stilechter zugehen: Ein Beamer unter der Decke wirft die Filme auf eine Leinwand, die sich aufrollen und in der Decke versenken lässt. Bei soviel Begeisterung für den Film verwundert es nicht, dass Hoeck auch seine Frau Birte im Verein kennenlernte. Nachdem er und seine Mitstreiter 1988 in der Radiosendung „Plattenkiste“ des NDR für neue Mitglieder geworben hatten, stießen Birte – damals noch Müller – und ihre Freundin hinzu. Thomas Hoeck und seine Birte kamen sich näher, „wie das in dunklen Kinoreihen so passiert....“, erzählt er. „Ich meine, es war bei Alexis Sorbas.“
Mittlerweile sind Thomas und Birte Hoeck nicht nur verheiratet, sondern auch stolze Eltern von Ronja (5) und Jonar (1). Ihre Tochter erhielt ihren Namen nicht etwa nach dem Roman „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren, sondern nach dem Film. Auch der Nachwuchs ist Reinbeker Filmfans nicht unbekannt: Während die „Große“ manchmal beim Kartenabreißen im Sachsenwaldforum hilft oder das Publikum mit Haribo versorgt, hat sich auch ihr kleiner Bruder schon mal das Mikro seines Papas geschnappt, um damit seine Stimme zu erproben.
Thomas Hoeck, der beruflich in Elektro-, Video-, Veranstaltungs- und Sicherheitstechnik selbstständig tätig ist, findet auch Zeit, sich beim Technischen Hilfswerk (THW) Hamburg-Bergedorf und in der Kirchengemeinde zu engagieren. Zum THW fand er vor 26 Jahren – durch den damaligen ersten Vorsitzenden des Filmrings, Cay Christian Conze. Hoeck lässt sich jetzt wieder als aktiver Helfer in der Pumpen-Gruppe einsetzen. Gemeinsam mit seiner Frau verfasst er zudem den Gemeindebrief und organisiert alljährlich den Adventsmarkt der Gethsemane-Gemeinde. „Vieles hat sich eingespielt“, stapelt er tief. Aber eins ist klar, wenn sein Leben ein Film wäre, würde er gleich mehrere Rollen übernehmen.

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