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Politiker wehren sich gegen Protest

Reinbek. Nach einem offenen Brief von Eltern gegen die angedachte Verlagerung der Büchereizweigstelle Neuschönningstedt in die Gertrud-Lege-Schule, wehren sich Reinbeks Politiker. Die Formulierungen seien aggressiv und diffamierend.
Bücherei
Foto: Jan Horak
Die Filiale der Stadtbücherei in Neuschönningstedt kann nicht mehr saniert werden.
In dem Brief bezeichneten Eltern die Ausschusssitzung, an der sie teilnahmen, als „Farce“, nannten den Umgang des Ausschussvorsitzenden mit den Schulelternsprechern „eine Frechheit“ und die angeschobenen Planungen „katastrophal“. Mit Erschrecken habe man die politischen Planungen in der Presse verfolgt.
Mit diesen Formulierungen haben sich die Eltern jetzt jedoch einen gehörigen Rüffel von den Kommunalpolitikern eingeholt. „Ich möchte mich an diesen aggressiven Ton der Bürger nicht gewöhnen“, sagte Renate Bublitz (Grüne). CDU-Mann Peter Huschke ging noch einen Schritt weiter: „Ich lasse mich so nicht diffamieren. Es wäre ein Grund, mit der Kommunalpolitik aufzuhören.“
Auch Klaus Köpke (CDU) ließ es an deutlichen Worten nicht fehlen. „Wir sitzen hier nicht aus Jux und Dollerei. Wir tun mehr für ihren Nachwuchs, als sie vermuten.“
Die Eltern hatten einen sensiblen Punkt getroffen. Bereits Anfang des Jahres hatte ein Vater den Spielplatz seiner Kinder mit so forschen Worten an die Politiker verteidigt, dass es anschließend viel Klärungsbedarf gab. Um die Situation zu entschärfen und die Zukunft der Bücherei zu sichern, werden sich jetzt Politiker, Schulleitung und Eltern zu einem Gespräch vor Ort treffen.
Hintergrund: Die Eltern protestieren, weil sie meinen, es fehle der Platz die Bücherei in der Schule aufzunehmen. Dass 750.000 Euro im Stadtsäckel fehlen, um einen Neubau zu finanzieren, können sie nicht verstehen. Schließlich gäbe es auch Geld für eine Fußgängerbrücke an der Hamburger Straße und Überlegungen, das Schloss für 500.000 Euro umzäunen zu lassen.
2 Kommentare
Bernd Uwe Rasch meint:
An besagter Sitzung habe ich als Zuschauer teilgenommen. Ein Autor des Briefes hat sich zu Beginn der Sitzung bei einem SPD Vertreter für die Falschdarstellung entschuldigt, für diese Geste der Versöhnung wurde er mit Beschimpfungen von Seiten einiger Kommunalpolitiker belohnt. Selbst mehrfach Opfer von diffamierenden Beiträgen anderer Parteien, kann ich leider nur das Beispiel vom Glashaus bemühen: wer darin sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.
Für einen Reinbeker Bürger, der nur die Presse verfolgt stellt sich die Situation leider so dar wie in dem Brief der Elternvertreter beschrieben, auch wenn bei genauer Sachkenntnis dies nicht der Fall ist. Erfreulich ist, dass man dem Vorschlag von Herrn Joppich dann doch gefolgt ist und nun wieder miteinander spricht.

Bernd Uwe Rasch
FDP Reinbek
gerhard wauker meint:
Es wäre der Kommunalpolitik zu wünschen, dass sie einerseits berechtigte Forderungen von populistischem Getöse zu unterscheiden lernt und dass andererseits alle diejenigen, die für ihre eigenen Interessen so vehement und hin und wieder verbal überzogen und egoistisch eintreten, sich in der Politik engagieren statt rumzuschimpfen. Beispiele für lediglich eigennützigen Aktivismus gibt es genug

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