Elternprotest
Initiative für Bücherei im Stadtteil
Montag, 5. Oktober 2009 18:39
- Von Anne Müller
Reinbek. Im Norden Reinbeks regt sich Protest gegen Pläne, die Zweigstelle der Stadtbibliothek als Schulbücherei in die Gertrud-Lege-Schule zu integrieren.

Foto: Ausriss
Seit einem Jahr wird ein Ersatz für den Bücherei-Pavillon gesucht.
Wie berichtet, hatte der Ausschuss für Jugend, Sport und Kultur diese Variante unter anderem empfohlen. Ein Neubau (750.000 Euro) wurde aus Kostengründen verworfen. In einem offenen Brief an Bürgermeister Axel Bärendorf und die Fraktionen der Stadtverordnetenversamlung haben sich jetzt Eltern gegen eine mögliche Verlagerung in die Schule ausgesprochen. Unterzeichnet wurde der Brief vom Vorstand des Schulelternbeirats. „Wir werden eine Unterschriftenaktion starten, um ihnen zu zeigen, dass wir nicht mit ihrem Vorgehen und der von ihnen angestrebten Lösung einverstanden sind“, unterstreichen sie ihre Forderungen.
„Die Zweigstelle der Bücherei ist nicht nur für die Schule, sondern auch für die Bewohner Neuschönningstedts und Ohe wichtig. Sie wird auch von mehreren Kindertagesstätten regelmäßig besucht und genutzt“, erklären Karl Werner, Tanja Baumeister und Darja Scholz. Es sei keine Lösung, jetzt eine reine Schulbibliothek zu schaffen. Völlig unverständlich ist für sie, „dass Geld für eine Sanierung oder einen Neubau nicht vorhanden sein soll, aber die Errichtung eines Zaunes um das Schloss für 500.000 Euro ernsthaft diskutiert wird und eine Fußgängerbrücke mal eben etwas teurer wird, weil bei der Planung geschlampt wurde“.
Die Unterzeichner des Protestbriefes fürchten, dass „durch schnelle Beschlüsse Tatsachen geschaffen“ werden sollen und glauben deshalb auch nicht an die von der Verwaltung angegebenen Nutzerzahlen: „Nur 356 Leserausweise, davon 228 von Jugendlichen und Kindern. Das wird von uns beweifelt.“ Außerdem wäre eine reine Schulbücherei der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Auch die Schulleitung sieht für den Umzug keine räumlichen Kapazitäten: Für die Ganztagsschule brauche man Rückzugs- und Gruppenräume, erklärte Schulleiter Jörg Peters auf Anfrage unserer Zeitung.
Schon vor einem Jahr, als das Thema erstmals im Ausschuss behandelt wurde, stießen die „katastrophalen Planungen“ auf massive Proteste. Das Thema wurde damals zur Prüfung an die Verwaltung delegiert. Die hat den Ball jetzt zurück an die Politik gespielt. Für die Aufgabe, vier Alternativen für einen Neubau oder die Verlagerung zu prüfen, seien keine Kapazitäten frei. Der Vorschlag, 16.000 Euro für einen Planer bereitzustellen, kam bei den Politikern angesichts der aktuellen Haushaltslage nicht an.
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