Ärztezentrum
Ein Zentrum für die Gesundheit
Montag, 27. April 2009 20:23
- Von Susanne Holz
Reinbek. „Anfang 2011 eröffnet im schleswig-holsteinischen Reinbek das Gesundheitszentrum meditalis“, verkündet die Hamburger Managementgesellschaft actmedic selbstbewusst. Geplanter Baubeginn: Ende 2009.

Foto: meditalis
So soll das Gesundheitszentrum an der Hamburger Straße aussehen. Geplant ist der Bau links neben dem Krankenhaus.
Derzeit liegt bei der Stadt jedoch nur ein Bauantrag vor, ein „laufendes Verfahren“, zu dem Bürgermeister Axel Bärendorf zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Auskunft geben möchte. Die Planungen jedoch sind schon weit vorangeschritten. Gespräche mit Verantwortlichen der Stadt und des Krankenhauses St. Adolf-Stift, dem direkten Nachbarn des Gesundheitszentrums, hat es bereits gegeben.
Läuft alles wie geplant, entsteht in den kommenden zwei Jahren an der Hamburger Straße, auf einem Grundstück links neben dem Krankenhaus ein Gesundheitszentrum, in dem Ärzte verschiedener Fachrichtungen unter einem Dach praktizieren. Im Gegensatz zu sogenannten Medizinischen Versorgungszentren (MZV) bleiben die Mediziner bei diesem Modell jedoch selbstständig, nutzen nur das Management des Betreibers, das ihnen beispielsweise Verwaltungsaufgaben wie Terminvereinbarungen mit den Patienten abnehmen würde. Dafür zahlen die Ärzte eine Servicepauschale an den Betreiber. „Bei unserem Konzept gibt es einen zentralen Empfangsbereich. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, in alle Terminkalender aller Ärzte zu schauen. So können sie beispielsweise für einen Patienten gleich mehrere Arzttermine optimal koordinieren“, sagt Clarissa Hage, Pressesprecherin der actmedic GmbH. Der Vorteil: Kurze Wege und kaum Wartezeiten für die Patienten, für die Ärzte Teilung von Kosten und Risiko. Das Haus soll zudem als Passivhaus in Holzbauweise gebaut werden. Es sei somit nahezu unabhängig von äußeren Energiequellen und ermögliche kalkulierbare Nebenkosten, so die Betreibergesellschaft.
Lothar Obst, kaufmännischer Direktor des Krankenhauses St. Adolf-Stift, steht dem Konzept generell positiv gegenüber. „Das Gesundheitszentrum kann eine sehr gute Ergänzung zu unserem Angebot sein“, sagt Obst. Er würde es begrüßen, wenn sich beispielsweise ein Kinderarzt, ein Diabetologe oder ein Orthopäde/Unfallchirurg dort ansiedeln würde. Einziges Aber: „Wir möchte keine Konkurrenz zu den bereits niedergelassenen Ärzten schüren. Mit ihnen möchten wir weiterhin in gutem Einvernehmen zusammenarbeiten.“ Actmedic verhandelt derzeit noch ergebnisoffen mit potenziellen Mietern.
Bis Januar 2009 firmierte der Betreiber als Unternehmensberatung unter dem Namen LRP (Lindenlaub Riemenschneider Partner) mit dem Schwerpunkt Versicherungen. Für die Gesellschaft ist das Gesundheitszentrum ein Pilotprojekt.

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