Neujahrsempfang

Bürgermeister: „Bollwerk gegen Populismus bilden“

Die Sternensinger Ella Maikowski (li.) und Greta Seiling tragen sich in die Gästeliste ein.

Foto: Anne Müller / BGZ

Die Sternensinger Ella Maikowski (li.) und Greta Seiling tragen sich in die Gästeliste ein.

Reinbek. Bürgermeister Björn Warmer schwört 300 Gäste im Schloss auf standhafte Zivilgesellschaft ein.

Reinbek..  Die „Sternensinger“ der katholische Kirchengemeinde Sel. Niels Stensen waren gestern die jüngsten unter den 300 Gästen im Schloss. Zu den zünftigen Klängen des Stadtorchesters trugen sich auch die kleinen „Botschafter aus dem Orient“, Ella Maikowski und Greta Seiling, vor dem Festsaal in die Liste zum Neujahrsempfang 2017 ein. Ihnen ließ Bürgermeister Björn Warmer schließlich den Vortritt bei der Einstimmung auf die Gespräche, zu denen sich Gäste aus Politik, Verwaltung und Unternehmen der Stadt in lockeren Gruppen an den Stehtischen eingefunden hatten.

Leidenschaftlicher Appell

Für Diskussionsstoff sorgte Reinbeks Verwaltungschef mit seinem leidenschaftlichen Appell, ein „Bollwerk gegen den Populismus“ in der Stadt zu errichten. Auch in Hinblick auf die anstehenden Landtags- und Bundestagswahlen forderte er dazu auf, die Zivilgesellschaft standhaft zu verteidigen. „Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten. Wer Menschen in einer komplexen Stadt einfache Antworten vorgaukelt, belügt sie“, sagte er. Wo es ihm immer möglich sei, wolle er sich in den Diskurs einmischen.

So auch am kommenden Mittwoch. Björn Warmer übernimmt die Moderation beim Kamingespräch „Gespenst des Populismus“, zu dem der Verein „Kontakt, Initiative gegen Sucht und Gewalt in Stormarn“ um 19.30 Uhr ins Schlosses (Schlossstraße 5) eingeladen hat. Prof. Nikolaus Werz, Politikwissenschaftler der Universität Rostock, und Warmer diskutieren unter anderem, welche Ursachen der Populismus hat und was sein besonderes Erstarken in Ostdeutschland begründet.

Dauerbrenner Feuerwehr endlich abräumen

Neben diesen Herausforderung gibt es vor der Landtagswahl aber auch konkrete Reinbeker Themen, die der Verwaltungschef Warmer vom Tisch haben möchte. „Es wäre doch reizvoll, das Thema Feuerwehrneubau vorher abzuräumen, dabei helfe ich Ihnen gerne“, sagte er mit Augenzwinkern in Richtung der Vertreter aus der Kommunalpolitik.

Zurzeit sei mit der erneuten Prüfung aller möglicher Standorte zwar wieder alles „auf Start“ gesetzt, „aber ich bin guten Mutes, dass sich bis April etwas bewegt“.

Faden für Gewerbegebietserweiterung wieder aufnehmen

Das wünsche er sich auch für einen weiteren Dauerbrenner, der es auf die politische Agenda für 2017 geschafft hat: „Wir müssen uns bei der Gewerbegebietserweiterung am Senefelder Ring auf ein gemeinsames Vorgehen einigen und den Faden wieder aufnehmen“, wünschte er sich.

Reinbek habe durch seine Lage in der Metropolregion viele starke Unternehmen, die es mit der Stadt gut meinen – „wenn wir uns um sie kümmern“, gab er zu bedenken und spielte dabei auch auf die Haushaltslage an. Reinbek leiste sich durchaus richtige aber finanziell belastende freiwillige Leistungen wie zum Beispiel die Geschwisterermäßigung in den Betreuungseinrichtungen. Aber dafür müssten an anderer Stelle Lösungen für einen finanziellen Ausgleich gefunden werden. Denn auch in die Schulen, investiere die Stadt 2017 und es gelte weiter: „Tragen wir den Investitionsstau ab.“

Mit den Bürgern zusammen möchte Warmer 2017 Ziele für die Stadtentwicklung erarbeiten. Und beim Verbindungsweg von Prahlsdorf zum Heinrich-Körner-Straße heißt es: „Wir müssen mit den Nachbarn reden.“ Für sich selbst wünschte sich der Bürgermeister vor allem Gesundheit, denn die hatte ihn Mitte 2016 den Boden unter den Füßen weggezogen. Jetzt ist sie wieder da, doch das sei keineswegs selbstverständlich.

Sternensinger

Seit vielen Jahren organisiert die katholische Kirchengemeinde Sel. Niels Stensen Reinbek die Sternsingeraktion mit Hilfe vieler evangelischer Mitchristen. In diesem Jahr nehmen in Reinbek 62 Kinder an der Aktion teil und bringen den Segen Gottes für das Jahr 2017 zu ca 350 privaten Haushalten in Reinbek, Wohltorf, Aumühle, Ohe und Schönningstedt/Neuschönningstedt. In Gruppen von vier Kindern und einem erwachsenen Begleiter singen und erzählen die Kinder von dem Wunder der Heiligen Nacht. Sie besuchen einige Altersheime, das Krankenhaus einige Schulen und Kindergärten und soziale Einrichtungen. Dabei überreichen sie kleine Neujahrsgeschenke, die von den Schwestern der Heiligen Elisabeth in einer Auflage von 1300 Stück hergestellt werden.Die Sternsinger sammeln auch Spenden für das Kindermissionswerk in Aachen, das mit diesem Geld viele Hilfsprojekte für Kinder in der ganzen Welt unterstützt.