14.06.12

Bildung

Gemeinschaftsschule will Abitur anbieten

Reinbek. Lehrer- und Schulkonferenz haben für die Einrichtung einer Oberstufe an der Gemeinschaftsschule gestimmt. Die Schüler sollen dort das Abitur nach neun Jahren ablegen können. Nun ist die Stadt am Zug. Von Susanne Tamm

Gmeinschaftsschule Reinbek
Foto: Tamm Schulleiter Frank Lölling (li.) weiß, wie sehr sich seine Kollegen wie Konrektor Thomas Diederich und Jan Pillich (re.) für die Schule engagieren.

Frank Lölling, Leiter der Gemeinschaftsschule, weiß, was Eltern wünschen. Deshalb ist er überzeugt: "Für unsere Schule wäre eine gymnasiale Oberstufe wie ein Sechser im Lotto – und für Reinbek auch." Sein Kollegium und die Schulkonferenz stehen hinter der Idee: Sowohl die Lehrerkonferenz als auch die Schulkonferenz haben einstimmig dafür gestimmt, am Schulzentrum eine Oberstufe einzurichten. Dann könnten die Kinder nach neun Jahren dort ihr Abitur ablegen.

Immerhin stellt die neue Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag ein "flächendeckendes G9-Angebot an Gemeinschaftsschulen" in Aussicht. 135 Gemeinschaftsschulen gibt es in Schleswig- Holstein, doch nur 25 bieten bisher auch eine Oberstufe an. Erst am Mittwoch hatte Lölling zwei Anrufe von Eltern, die sich erkundigten, ob ihr Kind an der Gemeinschaftsschule auch die Hochschulreife erlangen könnte. Noch muss Lölling sie enttäuschen. "Den Antrag muss als Träger die Stadt stellen", sagt er. "Wir haben unsere Hausaugaben gemacht." Neben dem Schulkonferenzbeschluss zählt zu den Voraussetzungen noch eine sichere Vierzügigkeit laut Schulentwicklungsplan. Außerdem müssen ausreichend viele Grundschuleltern ihren Willen erklären, dass sie ihr Kind auf die Schule schicken würden.

Darüber macht sich der Schulleiter keine Sorgen: "Die Eltern wollen das Abitur für ihre Kinder", weiß er. Die Frage nach der Oberstufe sei die erste, die Väter und Mütter an den Informationstagen stellen. "Die Vierzügigkeit haben wir bereits nach den Ferien für unsere fünften Klassen erreicht – ohne die Oberstufe", berichtet er. Fast 80 Anmeldungen sind eingegangen, als Lölling 2007 in Reinbek anfing, waren es noch 37. Das Schulamt rechnet für das nächste Schuljahr mit 430 Kindern an der Gemeinschaftsschule. Das Einzugsgebiet ist groß: Die Jungen und Mädchen kommen nicht nur aus Reinbek, sondern auch aus Glinde, Oststeinbek, Wentorf, Börnsen, Escheburg und anderen Nachbargemeinden.

Ab 2013/14 werde die Schule außerdem eine Profilklasse für Naturwissenschaften einrichten – keine Bedingung für eine gymnasiale Oberstufe, vom Schulamt aber gern gesehen. Diese attraktive Lernmöglichkeit verdanke die Schule vier besonders kompetenten Lehrern. "Das Kollegium hat sich ohnehin enorm entwickelt", schwärmt Lölling. "Hier herrscht regelrecht Aufbruchstimung. Die Lehrer sind hoch motiviert." So bilden sie sich beispielsweise in ihrer Freizeit noch fort.

Mit der Chance, das Abi an der Schule abzulegen, werde die Attraktivität noch steigen, ist Lölling sicher. "An der Glinder Gemeinschaftsschule Wiesenfeld wurden dieses Jahr 180 Kinder für 98 Plätze angemeldet", erzählt er. "Mein Kollege muss jedes Jahr Schüler ablehnen."

Die Stadt müsste zwar noch investieren, vor allem in die naturwissenschaftlichen Fachräume, aber die Investitionen müssten nicht auf einen Schlag getan werden. "Das ist ein Entwicklungsprozess, es ist Zeit genug, daran zu arbeiten", stellt Lölling klar.

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