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Jugendliche finden Skelett-Teile in der Kiesgrube

Reinbek. Ein grausiger Fund: In der Kiesgrube in Ohe entdecken Jugendliche Teile eines menschlichen Skeletts. Die sofort herbei gerufene Polizei sichert den "Tatort", gibt aber schon bald Entwarnung. Der Tote ist wohl mit einem Sandtransport angeliefert worden - und bereits seit über 150 Jahren tot.
Symbolbild - Polizei - Einsatzfahrten - Blaulicht
Foto: dpa
Die Polizei prüfte den Fundort und stellte fest: Ein Gewaltverbrechen kann vorerst ausgeschlossen werden. Der Tod liegt wohl schon 190 Jahre zurück.
Einen gruseligen Fund haben Jugendliche am Sonntag gemacht. Die 15 und 16 Jahre alten Jungen entdeckten in der Kiesgrube in der Nähe des Sportplatzes in Ohe menschliche Knochen. Gestern sicherten Beamte der Reinbeker Kriminalpolizei den Fund und prüften den „Tatort“. Ein Gewaltverbrechen schließen sie nach derzeitigem Kenntnisstand jedoch aus.
Grund: Zusätzlich zu den Skelettteilen sicherten die Polizisten Teile eines Grabsteines, Holz- und Beschlagreste. „Auf dem Grabstein waren die Jahreszahlen 1820 bis 1850 sowie ein Nachname zu erkennen“, sagt Kripochef Joachim Böhm. Er vermutet, dass die Knochen Teile eines sehr alten Grabes sind, das versehentlich ausgehoben wurde.
Hintergrund: Dieser Teil der Kiesgrube der Firma Xella in Ohe wird derzeit befüllt. Täglich werden deshalb aus ganz Deutschland Erde und Sand angeliefert. Von morgens bis abends fahren die Lkw vor. Für schwierig bis unmöglich hält es die Firma Xella deshalb auch, nachzuvollziehen, woher genau jene Ladung mit den Skelettteilen gekommen ist. Die Kriminalpolizei hat die Knochen an sich genommen, damit sie gegebenenfalls für eine medizinische Untersuchung zur Verfügung stehen. Dies wäre nur dann der Fall, wenn die Kripo doch noch ein Gewaltverbrechen vermuten würde. Was danach mit den menschlichen Überresten passiert, ist noch nicht geklärt.
Laut Bestattungsgesetz müssen Leichen beerdigt werden. Die vorgeschriebene Ruhezeit ist mit mehr als 150 Jahren nach dem Tod jedoch weit überschritten.
UPDATE:
Die menschlichen Überreste, die Jugendliche am Sonntag in der Kiesgrube der Firma Xella in Ohe gefunden haben, gehen nicht auf ein Gewaltverbrechen zurück. Nach intensiver Absprache mit der Staatsanwaltschaft ist die Reinbeker Kripo am Mittwoch zu diesem Ergebnis gekommen. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung wird es deshalb nicht geben, sagte Kripochef Joachim Böhm.
Er und seine Kollegen gehen davon aus, dass die Skelett-Teile zu einem mehr als 150 Jahre alten Grab gehören, das versehentlich ausgehoben worden ist. Mit welcher Lkw-Ladung für die Befüllung der Kiesgrube es angeliefert worden war, lässt sich kaum mehr rekonstruieren. „Wir werden in Absprache mit dem Friedhof eine pietätvolle Lösung für die Knochen finden“, sagte Böhm.sho
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