EKZ-Sachsenwald
Klostermarkt: Nur wenige Geschäfte halten durch
Donnerstag, 10. Mai 2012 18:36
- Von Anne Müller und Susanne Holz
Reinbek. Das EKZ-Sachsenwald kämpft ums Überleben, denn immer mehr Geschäfte stehen leer und die Laufkundschaft bleibt aus. Doch der Vermieter sieht keinen Handlungsbedarf.
Es gibt sie noch, die wenigen Geschäftsleute, die nicht zuletzt dank ihrer
Stammkunden der Tristesse im Einkaufszentrum Klostermarkt trotzen. Rund
herum um Erik Wachmuths „Caveau Weinhandel“ zum Beispiel sind die Jalousien
in den Schaufenstern heruntergelassen, „Zu vermieten“ ist auf Plakaten zu
lesen. Während sich der Geschäftsmann mit seinem Konzept seit 16 Jahren am
Standort behauptet, mussten andere, wie zum Beispiel „Slotecase“, die
Carrera Rennbahnen verkauften, oder ein Blumengeschäft, gegenüber schon nach
kurzer Zeit wieder aufgeben. „Wenn der Eigentümer nichts macht, werden alle
Anstrengungen, das Center zu beleben, nichts nutzen“, ist er sicher.
Bauliche Sünden und die Tatsache, dass zwei Eigentümer die Vermietung
managen, lähmen jede Marketing-Initiative.
Treppenzugang seit einem halben Jahr geschlossen
„Der Treppenzugang von der Bergstraße ist seit einem halben Jahr geschlossen“,
nennt Wachsmuth nur ein Beispiel. Ohne eine radikale bauliche Veränderung
werde sich nichts ändern. „Keiner kann von der Straße die Geschäfte sehen“,
nennt er nur ein Beispiel für Fehlplanungen, die nur mit hohen
Investitionen, wie zum Beispiel einen Aufbruch des von außen burgähnlichen
Gebäudes, möglich wären. Im Winter sei es in den Gängen so dunkel, dass man
eine „Grubenlampe“ brauche. Aber auch die Stadt könnte etwas zur Belebung
beitragen. Sie habe einen Teil des Centers schließlich an einen Investor
verkauft. Die Verlagerung der Bücherei in das Center würde es wenigstens
etwas durch Laufkundschaft beleben.
Auch Ulrike Puls wünscht sich für ihr „Reisebüro Impuls“ mehr Laufkundschaft.
„Wir halten uns eisern“, sagt sie. Und das, obwohl es für Kunden wirklich
schwer sei, die Läden zu entdecken. Und wer sich für einen Besuch
entschieden hat, wird spätestens nach der Einfahrt in die enge und häufig
überfüllte Tiefgarage unter dem Rewe-Markt abgeschreckt. Die Zufahrt von und
auf die Bergstraße sei auch nicht gerade komfortabel. „Das ist einfach ein
Fehlbau“, sagt Puls, die dennoch seit 14 Jahren dort aushält –„nur dank
meiner Stammkunden“ und der offensichtlich guten Beratung ihres Teams. Damit
sich die wenigen Besucher nicht jeden Tag an dem wegen Baumängeln
geschlossenem Treppenzugang von der Bergstraße die Nase stoßen, hat sie
selbst die Initiative ergriffen und ein Schild ausgehängt. Von Seiten des
Vermieters passiere wenig. Nicht nur bei ihr schleicht sich dieser Eindruck
ein. Zwar hat die Marketingfirma ATV versucht, mit Jazzfrühschoppen und
Luftballons Leben unter das Glasdach zu bekommen, aber zu den
Geschäftszeiten herrscht meist gähnende Leere.
Einige Reinbeker, die die Entwicklung im Klostermarkt seit dem ersten
Eröffnungstag verfolgen, haben kaum Hoffnung, dass sich irgendetwas zum
Besseren verändern könnte. „Im Klostermarkt gibt es einen ständigen Wechsel
der Geschäfte. Selbst andere Angebote würden hier an der Situation nichts
ändern. Bergedorf und Hamburg sind um die Ecke. Warum sollten die Leute in
Reinbek einkaufen?“, sagt Hans-Georg Müller (60). Ein Bekleidungsgeschäft
für die ältere Generation oder ein Café könnten ein Anziehungspunkt sein,
meint Gertraud Dorn. Die 86-Jährige hat durch Zufall die
Änderungsschneiderei von Janna Melkumova im Klostermarkt entdeckt. Weitere
Gründe, um in das Einkaufszentrum zu kommen gibt es für sie nicht.
Einziger Pluspunkt des Centers: Es gibt genug Parkplätze. „Reinbek ist und
bleibt eine Schlaftstadt“, sagt die Seniorin.
Auf Seiten der Vermieter herrscht Optimismus vor: „Wir sind zufrieden“, sagt
Peter Schneeberg von der gleichnamigen Immobiliengesellschaft, die Anfang
der 90er-Jahre das Sachsenwald-Hotel, das Forum und die der Hamburger Straße
zugewandten Geschäfte erworben hat. „Es gibt immer mal wieder einen Wechsel,
aber die Geschäfte sind schnell wieder vermietet“, so Schneeberg. Bei Densch
& Schmidt in Flensburg sieht man ebenso wenig Handlungsbedarf. „Fluktuation
gibt es immer wieder“, so ein Mitarbeiter.






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Alt-Reinbeker meint:
den hoed meint:
abends fühlt man sich nach osteuropa hin versetzt, dank der multi-kulti saufgelage jugendlicher mit migrationshintergrund. man wird angepöbelt, nach zigaretten und geld angebettelt, sogar bedroht, so man nichts gibt. die lobby sowie der zugang zum fahrstuhl und der tiefgarage sehen am tag danach so aus, als ob eine horde wilder hier gehaust hätte. dem ruf nach einem sicherheitsdienst kommen die vermieter nicht nach. armes reinbek.
Renate Neumann meint: