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Klostermarkt: Nur wenige Geschäfte halten durch

Reinbek. Das EKZ-Sachsenwald kämpft ums Überleben, denn immer mehr Geschäfte stehen leer und die Laufkundschaft bleibt aus. Doch der Vermieter sieht keinen Handlungsbedarf.
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Mit ihrem Nähstübchen zieht Janna Melkumova Kunden in das Center.
Foto: Holz
Mit ihrem Nähstübchen zieht Janna Melkumova Kunden in das Center.
Es gibt sie noch, die wenigen Geschäftsleute, die nicht zuletzt dank ihrer Stammkunden der Tristesse im Einkaufszentrum Klostermarkt trotzen. Rund herum um Erik Wachmuths „Caveau Weinhandel“ zum Beispiel sind die Jalousien in den Schaufenstern heruntergelassen, „Zu vermieten“ ist auf Plakaten zu lesen. Während sich der Geschäftsmann mit seinem Konzept seit 16 Jahren am Standort behauptet, mussten andere, wie zum Beispiel „Slotecase“, die Carrera Rennbahnen verkauften, oder ein Blumengeschäft, gegenüber schon nach kurzer Zeit wieder aufgeben. „Wenn der Eigentümer nichts macht, werden alle Anstrengungen, das Center zu beleben, nichts nutzen“, ist er sicher. Bauliche Sünden und die Tatsache, dass zwei Eigentümer die Vermietung managen, lähmen jede Marketing-Initiative.
Treppenzugang seit einem halben Jahr geschlossen
„Der Treppenzugang von der Bergstraße ist seit einem halben Jahr geschlossen“, nennt Wachsmuth nur ein Beispiel. Ohne eine radikale bauliche Veränderung werde sich nichts ändern. „Keiner kann von der Straße die Geschäfte sehen“, nennt er nur ein Beispiel für Fehlplanungen, die nur mit hohen Investitionen, wie zum Beispiel einen Aufbruch des von außen burgähnlichen Gebäudes, möglich wären. Im Winter sei es in den Gängen so dunkel, dass man eine „Grubenlampe“ brauche. Aber auch die Stadt könnte etwas zur Belebung beitragen. Sie habe einen Teil des Centers schließlich an einen Investor verkauft. Die Verlagerung der Bücherei in das Center würde es wenigstens etwas durch Laufkundschaft beleben.
Auch Ulrike Puls wünscht sich für ihr „Reisebüro Impuls“ mehr Laufkundschaft. „Wir halten uns eisern“, sagt sie. Und das, obwohl es für Kunden wirklich schwer sei, die Läden zu entdecken. Und wer sich für einen Besuch entschieden hat, wird spätestens nach der Einfahrt in die enge und häufig überfüllte Tiefgarage unter dem Rewe-Markt abgeschreckt. Die Zufahrt von und auf die Bergstraße sei auch nicht gerade komfortabel. „Das ist einfach ein Fehlbau“, sagt Puls, die dennoch seit 14 Jahren dort aushält –„nur dank meiner Stammkunden“ und der offensichtlich guten Beratung ihres Teams. Damit sich die wenigen Besucher nicht jeden Tag an dem wegen Baumängeln geschlossenem Treppenzugang von der Bergstraße die Nase stoßen, hat sie selbst die Initiative ergriffen und ein Schild ausgehängt. Von Seiten des Vermieters passiere wenig. Nicht nur bei ihr schleicht sich dieser Eindruck ein. Zwar hat die Marketingfirma ATV versucht, mit Jazzfrühschoppen und Luftballons Leben unter das Glasdach zu bekommen, aber zu den Geschäftszeiten herrscht meist gähnende Leere.
Einige Reinbeker, die die Entwicklung im Klostermarkt seit dem ersten Eröffnungstag verfolgen, haben kaum Hoffnung, dass sich irgendetwas zum Besseren verändern könnte. „Im Klostermarkt gibt es einen ständigen Wechsel der Geschäfte. Selbst andere Angebote würden hier an der Situation nichts ändern. Bergedorf und Hamburg sind um die Ecke. Warum sollten die Leute in Reinbek einkaufen?“, sagt Hans-Georg Müller (60). Ein Bekleidungsgeschäft für die ältere Generation oder ein Café könnten ein Anziehungspunkt sein, meint Gertraud Dorn. Die 86-Jährige hat durch Zufall die Änderungsschneiderei von Janna Melkumova im Klostermarkt entdeckt. Weitere Gründe, um in das Einkaufszentrum zu kommen gibt es für sie nicht.
Einziger Pluspunkt des Centers: Es gibt genug Parkplätze. „Reinbek ist und bleibt eine Schlaftstadt“, sagt die Seniorin.
Auf Seiten der Vermieter herrscht Optimismus vor: „Wir sind zufrieden“, sagt Peter Schneeberg von der gleichnamigen Immobiliengesellschaft, die Anfang der 90er-Jahre das Sachsenwald-Hotel, das Forum und die der Hamburger Straße zugewandten Geschäfte erworben hat. „Es gibt immer mal wieder einen Wechsel, aber die Geschäfte sind schnell wieder vermietet“, so Schneeberg. Bei Densch & Schmidt in Flensburg sieht man ebenso wenig Handlungsbedarf. „Fluktuation gibt es immer wieder“, so ein Mitarbeiter.
5 Kommentare
Alt-Reinbeker meint:
Wenn es nicht so verdammt unwahrscheinlich wäre, könnte man den anderen Kommentaren nur noch zustimmen. Weg mit dieser Sünde die Reinbeks Innenstadt das Leben nimmt & Platz für neue Ideen schaffen. Nur Investoren zu finden, die einen so leblosen Platz wiederbeleben.. Und sollte es dennoch zu so etwas kommen, kann man nur hoffen, dass junge Bürger ihre Wünsche äußern, damit dem Titel "Schlafstadt" ein Ende gesetzt werden kann.
den hoed meint:
ich habe dort fast vier jahre in der wohnanlage gewohnt, deren flure stark an sibirische männerwohnheime erinnern.
abends fühlt man sich nach osteuropa hin versetzt, dank der multi-kulti saufgelage jugendlicher mit migrationshintergrund. man wird angepöbelt, nach zigaretten und geld angebettelt, sogar bedroht, so man nichts gibt. die lobby sowie der zugang zum fahrstuhl und der tiefgarage sehen am tag danach so aus, als ob eine horde wilder hier gehaust hätte. dem ruf nach einem sicherheitsdienst kommen die vermieter nicht nach. armes reinbek.
Renate Neumann meint:
Danke für die Bausünde sonst würde es die Skyline von Reinbek nicht geben http://www.spreadshirt.de/skyline-neonorange-reinbek-C4408A19959864.

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