EDV-Kooperation
Bürgermeister setzt auf Vernetzung
Dienstag, 24. Januar 2012 19:48
- Von Anne Müller
Reinbek. Sechs Stormarner Kommunen prüfen derzeit das Einsparungspotential durch ein gemeinsames Rechenzentrum. Interesse an einer Kooperation haben Bad Oldesloe, Bargteheide, Bargteheide-Land, Ahrensburg, Reinbek und der Kreis Stormarn. Reinbeks Bürgermeister Axel Bärendorf ist von Synergieeffekten überzeugt.

Foto: dpa
Mit einem gemeinsamen Stormarner Rechenzentrum könnten die beteiligten Kommunen ihre EDV-Kosten vermutlich erheblich senken. Ein entsprechendes Gutachten soll das Sparpotential berechnen.
Sie haben so kryptische Namen wie „cip“ oder „okvis“. Dahinter verbergen sich
Programme für Textverarbeitungen. Mehr als 100 unterschiedliche gebe es
allein in den Verwaltungen Stormarner Kommunen. Würde man die Systeme
vereinheitlichen, könnten die Kosten für Datenverarbeitung um 25 Prozent
reduziert werden, ist Bürgermeister Axel Bärendorf sicher. Er stützt sich
dabei auf eine Grobanalyse von IT-Systemen im Kreis Stormarn. Die sechs
Kommunen prüfen derzeit, wie viel Einsparungen ein gemeinsames Rechenzentrum
dem Haushaltssäckel und letztlich dem Steuerzahler bringen könnte.
Erste Ergebnisse sind hoffnungsvoll. „Wir haben in der Reinbeker Verwaltung
140 PC-Arbeitsplätze mit Kosten von etwa 3200 Euro jährlich pro Stück“, so
Bärendorf. Kommunen, die bereits vernetzt sind, zahlten deutlich weniger.
Ein Beispiel aus Sachsen komme auf 1800 Euro. Für Reinbek könnte sich so
eine den Haushalt entlastende Summe von 140.000 Euro ergeben.
Die wirtschaftlich untere Grenze für ein gemeinsames Rechenzentrum in Stormarn
sei durchaus gegeben, so Bärendorf. Für alle sechs Kommunen wurden 860 PC,
130 Notebooks und 290 sogenannte „thin Clients“ (Dateneingabegeräte)
ermittelt. Die Kommunen haben sich entschieden, an dem Konzept festzuhalten.
Die Hamburger Göing IT Management consulting GmbH soll jetzt ermitteln, was
ein Rechenzentrum kosten würde und welche Einsparungen erzielt werden können.
Die Bürger würden von den möglichen Umstellungen wenig merken. Bis auf neue,
vereinheitlichte Formulare oder Bescheide ändere sich nach außen nichts. Die
Synergieeffekte kommen vor allem Verwaltungsprozessen zugute. Zum Beispiel
im Sozialwesen. „Wir bearbeiten die Fälle, Widersprüche könnten per EDV
gleich zum Kreis weitergeleitet werden.“
Außerdem würden die Städte und Gemeinden auch in der zunehmenden Konkurrenz um
Fachkräfte entlastet, die sich aufgrund lukrativerer Angebote aus der freien
Wirtschaft immer schwieriger an Verwaltungen binden lassen. „Wir werden das
nur gemeinsam bewegen können“, betont Bärendorf.
Bei der Politik hatte er mit seinem Vorschlag bereits offene Türen eingerannt.
Auch Forum 21 regte im November im Hauptausschuss an, durch Kooperationen im
EDV-Bereich zu sparen. Der IT-Bereich erfordere einen hohen Finanzbedarf und
eine qualifizierte, zukunftsorientierte Betreuung, begründete Heinrich
Dierking damals den Vorstoß in die gleiche Richtung.
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