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Bürgermeister setzt auf Vernetzung

Reinbek. Sechs Stormarner Kommunen prüfen derzeit das Einsparungspotential durch ein gemeinsames Rechenzentrum. Interesse an einer Kooperation haben Bad Oldesloe, Bargteheide, Bargteheide-Land, Ahrensburg, Reinbek und der Kreis Stormarn. Reinbeks Bürgermeister Axel Bärendorf ist von Synergieeffekten überzeugt.
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Foto: dpa
Mit einem gemeinsamen Stormarner Rechenzentrum könnten die beteiligten Kommunen ihre EDV-Kosten vermutlich erheblich senken. Ein entsprechendes Gutachten soll das Sparpotential berechnen.
Sie haben so kryptische Namen wie „cip“ oder „okvis“. Dahinter verbergen sich Programme für Textverarbeitungen. Mehr als 100 unterschiedliche gebe es allein in den Verwaltungen Stormarner Kommunen. Würde man die Systeme vereinheitlichen, könnten die Kosten für Datenverarbeitung um 25 Prozent reduziert werden, ist Bürgermeister Axel Bärendorf sicher. Er stützt sich dabei auf eine Grobanalyse von IT-Systemen im Kreis Stormarn. Die sechs Kommunen prüfen derzeit, wie viel Einsparungen ein gemeinsames Rechenzentrum dem Haushaltssäckel und letztlich dem Steuerzahler bringen könnte.
Erste Ergebnisse sind hoffnungsvoll. „Wir haben in der Reinbeker Verwaltung 140 PC-Arbeitsplätze mit Kosten von etwa 3200 Euro jährlich pro Stück“, so Bärendorf. Kommunen, die bereits vernetzt sind, zahlten deutlich weniger. Ein Beispiel aus Sachsen komme auf 1800 Euro. Für Reinbek könnte sich so eine den Haushalt entlastende Summe von 140.000 Euro ergeben.
Die wirtschaftlich untere Grenze für ein gemeinsames Rechenzentrum in Stormarn sei durchaus gegeben, so Bärendorf. Für alle sechs Kommunen wurden 860 PC, 130 Notebooks und 290 sogenannte „thin Clients“ (Dateneingabegeräte) ermittelt. Die Kommunen haben sich entschieden, an dem Konzept festzuhalten. Die Hamburger Göing IT Management consulting GmbH soll jetzt ermitteln, was ein Rechenzentrum kosten würde und welche Einsparungen erzielt werden können.
Die Bürger würden von den möglichen Umstellungen wenig merken. Bis auf neue, vereinheitlichte Formulare oder Bescheide ändere sich nach außen nichts. Die Synergieeffekte kommen vor allem Verwaltungsprozessen zugute. Zum Beispiel im Sozialwesen. „Wir bearbeiten die Fälle, Widersprüche könnten per EDV gleich zum Kreis weitergeleitet werden.“
Außerdem würden die Städte und Gemeinden auch in der zunehmenden Konkurrenz um Fachkräfte entlastet, die sich aufgrund lukrativerer Angebote aus der freien Wirtschaft immer schwieriger an Verwaltungen binden lassen. „Wir werden das nur gemeinsam bewegen können“, betont Bärendorf.
Bei der Politik hatte er mit seinem Vorschlag bereits offene Türen eingerannt. Auch Forum 21 regte im November im Hauptausschuss an, durch Kooperationen im EDV-Bereich zu sparen. Der IT-Bereich erfordere einen hohen Finanzbedarf und eine qualifizierte, zukunftsorientierte Betreuung, begründete Heinrich Dierking damals den Vorstoß in die gleiche Richtung.
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