Umzug
Büchereifiliale schließt am 31. Januar
Donnerstag, 19. Januar 2012 17:03
- Von Anne Müller
Reinbek. Zum Monatsende schließt die Büchereifiliale. Der Bestand von rund 9500 Medien geht an die Stadtbibliothek Hamburger Straße. Die Schließung erfolgt aus Kostengründen.
Die ersten Regale sind geräumt. Kisten stapeln sich im Pavillon der
Büchereifiliale an der Gertrud-Lege-Schule. Sechs Arbeitstage bleiben
Cornelia Walther und Regine Stange, um den Rest der 9500 Medien zu
verstauen. Gestern waren die Liebesromane an der Reihe. Sie werden in der
Stadtbibliothek an der Hamburger Straße ausgepackt. Die
Außenstellen-Mitarbeiterinnen ziehen bei laufendem Betrieb um, denn bis 31.
Januar, 18 Uhr, können verbliebene Medien noch ausgeliehen werden. Dann
schließt die Filiale. Nur die Kinderbücher bleiben in Neuschönningstedt .
Vor allem aus Kostengründen schließt die Stadt die 1965 in den Kellerräumen
der Schule eröffnete Filiale. 1985 wurde der Pavillon eingeweiht. Es lohnte
sich für die Stadt nicht, in die inzwischen maroden Container zu
investieren. So beschlossen die Stadtverordneten im Dezember die Schließung.
Vorausgegangen war eine zweijährige Debatte, die von Schließung bis Neubau
pendelte.
„Es ist gut, dass die Mitarbeiter jetzt nicht mehr in der Schwebe sind und wir
Planungssicherheit haben“, sagt Stadtbibliotheksleiter Mark Yeesune-Hlong
erleichtert. Er ist optimistisch, dass die Zentrale an der Hamburger Straße
die Schließung auffangen könne. Die Ausleihe habe sich in den vergangenen
beiden Jahren von 158.000 auf 238.000 per anno gesteigert. „Diesen positiven
Trend wollen wir fortsetzen“, sagte er und ist sicher, dass die wegfallenden
40.000 Ausleihen in Neuschönningstedt kompensiert werden können und sich die
Ausleihe auf 235.000 einpendelt.
Auch Regine Stange hofft, dass ein Teil der 565 erwachsenen Leser mit den
beiden nach Alt-Reinbek kommen. Cornelia Walther, die die Filiale leitete
und ausgebildete Lehrerin ist, wechselt mit ihrer Kollegin in das Team der
Stadtbibliothek, das sich damit 4,63 Stellen teilt und 3200 Leser betreut.
Beide freuen sich auf die neue Herausforderung, es sei aber auch schwer,
etwas Gewachsenes aufzugeben. „Für viele Neuschönningstedter war die
Bücherei ein sozialer Treffpunkt. Manche Leser sind mit der Bücherei groß
geworden“, so Stange.
Zumindest für die Kinder bleiben 3000 Bücher im Norden der Stadt. „Die
Büchereizentrale hat zugestimmt, dass die Bücher an die Schule gehen“, sagt
Amtsleiterin Magdalena Halle. Für die neue Schulbücherei werden zwei Räume
umgebaut. Die Leseausweise für die 320 Grundschüler sind fertig. Schulleiter
Christian Naterski hat im Dezember ein Bibliotheksprogramm angeschafft. Auch
die Regale und die Kinder-Leseinsel ziehen bis zum 22. Februar um. „Ob wir
dann auch schon mit der Ausleihe beginnen können, weiß ich noch nicht“, sagt
Naterski. Das hänge davon ab, ob die Bücher bis dahin im neuen Programm
erfasst sind. Nach Eröffnung werde die Ausleihe dann in den großen Pausen
organisiert. Eltern haben ihre Hilfe zugesagt, und auch die Wohltorferin
Phylisha Brand, die ihren Bundesfreiwilligendienst in der Schule leistet,
möchte helfen. „Das System ist so einfach, dass auch Vierklässler den
Handscanner bedienen können“, so Naterski.
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