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Diese Bilder haben dem Bürgermeister gestunken

Reinbek. Es waren kein Blut und keine Geschlechtsteile zu sehen und auch sonst nichts, was das Auge des Betrachters als obszön empfinden könnte. Dennoch musste der Hamburger Künstler Werner Schöffel seine Kunstwerke im Reinbeker Rathaus wieder abhängen - weil sie stanken.
Kunst
Foto: privat
Skulpturen, Bilder und Malerei – mit diesem Dreiklang wollten die Künstler Besucher erfreuen. Jetzt musste Wolfgang Schöffel seine Bilder (Mitte) wieder abhängen. Es störte ihr Geruch.
„Ich stelle seit 1983 aus und so etwas ist mir noch nicht passiert“, sagt Künstler Werner Schöffel verärgert und fassungslos.
Im Reinbeker Rathaus sind regelmäßig Künstler willkommen, das Foyer mit seinen roten Wänden wird zu ihrer Bühne. Für den 49-Jährigen war es in diesem Ambiente die erste Ausstellung. Er kombiniert in seinen Werken Kunst und Technologie, lässt nachbearbeitete Bilder mit Tintenstrahldruck auf Stoff drucken.
Künstler Werner Schöffel: "So etwas ist mir noch nie passiert!"
Foto: privat
Künstler Werner Schöffel: "So etwas ist mir noch nie passiert!"
Stein des Anstoßes waren denn auch nicht die Motive, sondern der Geruch, den seine Bilder angeblich verströmt haben sollen.
„Mitarbeiter des Rathauses haben sich über einen unerträglichen Geruch nach Lösungsmitteln beschwert“, sagt Jürgen Vogt-Zembol, zuständig für Inneres und Finanzen im Rathaus. Das sei schon aufgefallen, als Schöffel die Bilder in der vergangenen Woche aufgehängt hatte. Man habe sich mit dem Künstler darauf geeinigt, dass die Bilder einmalig zur Vernissage am Montag dieser Woche zu sehen sein würden, dann aber entfernt werden müssten.
Das Problem: Schöffels Arbeiten sind Teil eines Gesamt-Kunstwerkes. Anderthalb Jahre haben der Hamburger sowie Friedrich Kern (Skulpturen) und Monika Stock (Malerei) an ihrem Konzept „1-2-Dreierlei“ gearbeitet. Nur zusammen machen die Ausstellungsstücke aus ihrer Sicht einen Sinn. „Die Besucher werden jetzt im Rathaus stehen und sich fragen, was das Ganze soll. Denn schließlich fehlt jetzt ein entscheidendes Element im Gesamtkonzept“, sagt Christine Stecker, Sprecherin der drei Künstler.
Sie versichert, dass alle Besucher der Vernissage keinerlei störenden Geruch festgestellt hätten und kann den Rauswurf des Künstlers demnach nicht verstehen. „Es scheint, als wenn nur die Kunst, die dem Reinbeker Bürgermeister gefällt, dann auch gefällig ist. Schade eigentlich. Der Dreiklang ist verklungen.“ Das jedoch weist Jürgen Vogt-Zembol von sich. „Wir haben einzig und allein zum Schutz unserer Mitarbeiter gehandelt. Es tut mir auch leid für Herrn Schöffel, gern habe ich das nicht gemacht.“
Für Werner Schöffel, Friedrich Kern und Monika Stock ist damit das spannende Experiment gescheitert. Sie suchen einen neuen Ausstellungsraum. Einen, in dem alle drei Künstler willkommen sind.sho
7 Kommentare
Ernesto Contetuoga meint:
Stinken oder nicht, mich haben die Bilder nicht berührt. Sie haben mich eher an Webdesign erinnert.
Olga B. Runschke meint:
Es wird immer verrückter, es gibt soo vieles was zum Himmel stinkt und nix passiert!
Offensichtlich hat dieser Bürgermeister nicht den richtiger Riecher für Kunst und darüber hinaus keine Hemmungen sich zu blamieren. -
Beschämend für Reinbek!
David Sorgenfrei meint:
Was für ein kleinlicher Unsinnnnnn...., dort hat keine Arbeit gestunken. Es war wohl etwas Anderes das beim "Personal" des Rathauses "Gestunken" hat. Hoffe auf einen neuen Raum und darauf das in diesem Rathaus nicht wieder ausgestellt wird. (Oder eventuell noch Blumen oder so etwas ähnliches).

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