11.08.11

Umweltsauerei

Bauschutt im Wald: Untergegraben und Spuren verwischt

Aumühle. Neue Runde in Sachen Umwelt-Sauerei im Sachsenwald: Der Kreis wird Waldbesitzer Eberhart von Rantzau auffordern, den Bauschutt zu beseitigen. Das erklärte Thomas Neugebauer vom Fachdienst Abfall und Bodenschutz der Kreisverwaltung.

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Foto: Jann

Thomas Neugebauer vom Kreis untersucht im Sachsenwald die illegale Bauschutthalde. Hier hat schon jemand oberflächlich die Spuren beseitigt...

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... denn Aumühles Polizeichefin Martina Pauli bot sich wenige Tage zuvor noch ein ganz anderes Bild.

Wie berichtetet, hatte die Polizei nach einem Hinweis nahe der Autobahnunterführung 20 Kubikmeter Bauschutt einer Hausrenovierung entdeckt und nach Zeugen für die Abfallbeseitigung gesucht. Daraufhin meldete sich ein Forstmitarbeiter und gab an, man habe selbst zur Auffüllung von Schlaglöchern Bauschutt bewusst abgekippt. Auf direkte Nachfrage unserer Zeitung bei der Forstverwaltung wollte davon jedoch niemand gewusst haben. Man habe bereits selbst Anzeige gegen Unbekannt gestellt, so Hans-Joachim Schmidtner von der Forstverwaltung Ödendorf.

Fest steht, dass gestern alle Spuren verwischt waren. Die Müllberge – offenbar mehrere Anhänger voll – planiert und mit Boden abgedeckt. "Da hat es sich jemand ganz einfach gemacht. Zu einfach", sagte Neugebauer. Er wühlte sich durch den Boden und holte Porenbetonsteine hervor. "So etwas gehört nicht in einen Wald", sagte er und fertigte einige Beweisfotos. Offenbar ist die Müllentsorgung an dieser Stelle im morastigen Waldboden kein Einzelfall, wie bereits mit Moos bewachsene ältere Steine einige Meter weiter am selben Weg zeigen.

"Das muss alles komplett wieder raus", befand Neugebauer. Ein aufwendiges und teures Unterfangen. Um solche aufgeweichten und durch das Befahren mit tiefen Furchen versehenen Waldwege zu befestigen, darf nur zertifiziertes Recyclingmaterial eingebaut werden. Im Sachsenwald enthielt der Müllberg aber auch ein Waschbecken samt verchromtem Wasserhahn, eine Toilette mit hölzernem WC-Sitz sowie Kunststoffteile und Kabelreste.

Auch die Abdeckung mit Boden macht die Sache nicht besser, meint der Fachmann des Kreises. "Um die Müllberge hätten Tiere herum laufen können. Jetzt laufen sie drüber hinweg, sacken im Matsch ein und verletzen sich an den Beinen", so Neugebauer verärgert.

Ein bis zwei Hinweise von Bürgern gehen in seiner Abteilung pro Woche ein. "Da werden auch mal gemeldet, dass jemand Asbestplatten vergräbt oder so", erklärte der Kreismitarbeiter. Auch die Polizei bekommt immer wieder Hinweise von Bürgern. Neugebauer: "Das ist sehr wichtig, damit wir solchen Fällen nachgehen können. Es gibt überall die Möglichkeit, Schadstoffe fachgerecht entsorgen zu lassen. Die Natur sollte davon verschont bleiben." Und das gilt erst Recht für den Sachsenwald.

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