09.08.11

Umweltfrevel

Forstverwaltung macht widersprüchliche Angaben

Aumühle. Bauschutt, ein ganzes Waschbecken, eine Toilettenschüssel, Kabel und Kunststoffe – die 20 Kubikmeter Müll, die Unbekannte in den Sachsenwald gekippt haben, werfen viele Fragen auf.

Aumühles Polizeichefin Martina Pauli am Tatort. Wer hat mitten im Wald Bauschutt abgekippt?
Foto: Jann Aumühles Polizeichefin Martina Pauli am Tatort. Wer hat mitten im Wald Bauschutt abgekippt?

Wie berichtet, hatte ein Spaziergänger den Müllhaufen südlich der Autobahn 24 an der Strecke zwischen Friedrichsruh und Kuddewörde entdeckt und die Polizei alarmiert. Mittlerweile ist auch die Naturschutzbehörde des Kreises auf den Fall aufmerksam geworden. "Ein Mitarbeiter wird sich das ganze vor Ort anschauen", sagt Kreissprecher Karsten Steffen.

Noch ist offen, wer für die Müllentsorgung verantwortlich ist. Zunächst ging die Polizei Aumühle von unbekannten Umweltsündern aus, die sich auf kostengünstige Weise von dem Schutt befreien wollen. Dann kam die Wende. Direkt nach dem unsere Zeitung über den Fall berichtet hatte, meldete sich ein Forstmitarbeiter bei der Polizei Aumühle und gab "Entwarnung": Der Bauschutt sei möglicherweise nicht von Fremden, sondern von der Forstverwaltung selbst dort abgelegt worden. Auf Nachfrage gab man sich dort jedoch ahnungslos. "Wir wissen nicht, wer den Müll dort abgelegt hat, haben selbst Anzeige erstattet", sagt Hans-Joachim Schmidtner von der Forstverwaltung Ödendorf. Sie verwaltet diesen Teil des Sachsenwaldes für den Hamburger Reeder Dr. Eberhart von Rantzau, Herr über ein Drittel des Bismarck-Erbes. Es sei zwar üblich, mit Bauschutt Forstwege befahrbar zu machen, Waschbecken und Toilettenschüsseln würden dafür jedoch nicht verwendet. "Wir haben veranlasst, dass der Schutt ein bisschen abgedeckt wird, damit sich Tiere daran nicht verletzen", so Hans-Joachim Schmidtner.

Zwar ist es gang und gäbe, Forstwege mit Bauschutt zu ebnen. Allerdings: "Dieser Bauschutt muss sehr klein und vor allen Dingen von einer Recycling-Firma zertifiziert sein", so Kreissprecher Steffen. Schutt, wie er bei Häuserabrissen oder Sanierungen entstehe, dürfe auf keinen Fall einfach in den Wald gekippt werden. Und deshalb warten auf diejenigen, die die Umweltsauerei zu verantworten haben, saftige Strafen.

sho
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