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Wenig Spielraum für neues Gewerbe

Wentorf. Der "gute Branchenmix" hat laut Bürgermeister Matthias Heidelberg den Wentorfer Haushalt stabilisiert: Denn bei den Gewerbesteuereinnahmen flossen 700 000 Euro mehr in die Gemeindekasse als erwartet - trotz Krise hat sich dieses Jahr die Haushaltslage für Wentorf besser entwickelt als befürchtet.
"Wir haben wenig Metall verarbeitende Industrie und sind daher nicht so stark von der Krise betroffen", stellt er fest. So können die Gemeindevertreter nicht nur einen ausgeglichenen Haushalt in Höhe von 4,6 Millionen Euro verabschieden, sondern können die dafür nötige Entnahme aus der allgemeinen Rücklage - dem "Sparbuch" der Gemeinde - auch erheblich reduzieren.
Mittlerweile ist das Angebot an freien Gewerbeflächen und damit die Möglichkeit, noch mehr Geld in die Kasse zu spülen, allerdings begrenzt. Zurzeit gibt es noch fünf größere, für Gewerbe geeignete Flächen, auf denen seit Jahren nichts passiert. Sie liegen in unmittelbarer Nähe zum Südring, die künftig zur Bundesstraße 207 umgewidmet werden soll: Die ehemalige Diskothek Viva mit Parkplatz auf der Rückseite zwischen den Straßen Südring und Auf dem Ralande, das Gelände hinter dem Speed-207-Möbelmarkt, das Areal am Südring gegenüber der Straße Zwischen den Toren sowie das an der Ecke Casinopark/ Zwischen den Toren. Außerdem entscheidet morgen (19 Uhr) im Rathaus der Planungsausschuss über das Vorhaben an der Hamburger Landstraße 35-39. Dort will sich der Discounter Lidl ansiedeln (wir berichteten).
Für die Ansiedlung hat die Wirtschaftsinitiative Wentorf (WIW) keine konkreten Wünsche. "Uns ist wichtig, die Lücken zu schließen", sagt Martin Busch, stellvertretender WIW-Vorsitzender. Vorsitzende Lisa Marks vermisst beispielsweise Sportartikel oder auch Gastronomie. Für Lebensmittel sieht die WIW keinen Bedarf. Ansonsten sei ihnen attraktiver Einzelhandel lieber als Lagerhäuser, so Busch. Ähnlich sieht es der Gewerbebund: "Entscheidend ist, dass sich dort überhaupt Firmen ansiedeln, die Kunden anziehen", sagt Vorsitzender Hartmut Jacobs. Dies sei einerseits schwierig durch die Nähe zu Hamburg, aber auch durch die Beschränkungen der Bebauungspläne.
Tatsächlich gelten für jedes genannte Grundstück verschiedene B-Pläne. Sie schließen Lebensmittelverkauf, Spielhallen ab einer Größe von 100 Quadratmetern, Tankstellen aber auch Wohnungen im Erdgeschoss außerhalb des Zentrums aus. Güter des täglichen Bedarfs, außer Nahrungsmittel auch Drogeriewaren, Hausrat, Schuhe oder Schreibwaren, sind nur am Casinopark und am Südring bei der Polizei möglich. Denkbar wären hingegen Fahrräder und Sportgroßgeräte, Hauhaltsgeräte, Bürotechnik oder Campingartikel.

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© Bergedorfer Zeitung 2008