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90 Mini-Häuser für Meisen und Eulen

Kirchwerder (hy). Sie haben keine Lust, ihre Freizeit vor dem Fernseher zu verbringen, engagieren sich lieber als Tierfreunde: Gerhard Raschka (62) und Karl-Heinz Schomann (75) haben vor vier Jahren damit begonnen, Nistkästen für Vögel anzufertigen, die sie am Marschbahndamm an Bäumen anbringen.
Dieser Tage sind die Tierfreunde wieder unterwegs. Im Gepäck haben sie 90 neue Nistkästen.
"Vier von fünf Nistkästen werden von den Vögeln angenommen", sagt Raschka und fügt schmunzelnd hinzu: "An einem Tag, als wir am Marschbahndamm unterwegs waren, stand ich noch auf der Leiter, als ein Meisenpärchen schon seine neue Bleibe inspizierte."
Vor allem Blau- und Kohlmeisen, Rotkehlchen, Bachstelzen und Zaunkönige bewohnen die aus Spanplattenresten hergestellten Mini-Häuser. "Aber auch bei Hornissen sind sie beliebt", sagt Schomann und fügt hinzu: "Die Hornissen können hinein, weil zuvor ein Specht das Einflugloch aufgehackt hat."
Erstmals hat Schomann, Schmiedemeister im Ruhestand, in seiner Werkstatt in Kirchwerder auch Nistkästen für Eulen gebastelt. Der 75-Jährige war in den vergangenen Monaten besonders fleißig: "Insgesamt 140 Nistkästen habe ich im Herbst und Winter gebaut. 90 befestigen wir am Marschbahndamm, sodass dort - zwischen Fünfhausen und Zollenspieker - insgesamt etwa 150 an den Bäumen hängen", sagt er. Die übrigen 50 Kästen aus Schomanns jüngster Produktion hat er an Freunde, Bekannte und Kunden von Malermeister Raschka verschenkt. Das Arbeitsmaterial überlässt die Firma Holzbau Hitscher in Kirchwerder, ein Kunde von Raschka, den Tierfreunden.
Beim Sägen der Einfluglöcher musste Schomann besonders geschickt und filigran arbeiten: Die kleinsten sind 28 Millimeter groß, die größten 46 Millimeter. "Nur die für die Eulen sind deutlich größer", sagt der Hobby-Bastler.
Die Tierfreunde haben ihre Aktion mit dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der das Naturschutzgebiet Kirchwerder Wiesen betreut und dort in der warmen Jahreszeit regelmäßig Führungen anbietet, abgesprochen. Der Nabu freut sich über die tatkräftige Unterstützung, lobt die fachgerechten Arbeiten der beiden Kirchwerderaner.

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