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http://www.bergedorfer-zeitung.de/printarchiv/vier-und-marschlande/article126443/Viel_Spass_beim_Erziehen_und_Zuhoeren.html
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"Viel Spaß beim Erziehen" - und Zuhören

Fünfhausen (ten). Wer einen staubtrockenen Vortrag befürchtet hatte, konnte schon in den ersten Minuten des "26. Frauentreffs" des Landfrauenverbands Hamburg aufatmen: An dem Referenten Jan-Uwe Rogge, Deutschlands bekanntestem Erziehungsexperten, ist wahrlich ein Comedian verloren gegangen.
Etwa 120 Frauen hatten sich zu dem Treffen angemeldet, unter ihnen eine große Zahl jüngere. Immer wieder lachten sie alle herzlich über Rogges Erkenntnisse in Sachen Erziehung. Etwa dann, wenn er mit spöttisch-bedauerndem Gesichtsausdruck diese "pädagogisch hyperaktiven, jungdynamischen Powereltern" charakterisierte, die ihrem Kind sagen: "Ich will doch nur dein Bestes." Prompt lässt da der Einwand des Kindes nicht lange auf sich warten und es heißt: "Wenn ihr mein Bestes wollt, was bleibt dann für mich?"
Rogge verstand es, dem Publikum auf lustige Art einen Spiegel vorzuhalten, in dem sich jeder selbst, oder doch andere Mütter, Väter und Großeltern erkennen konnte. Etwa dann, wenn er von dem "Schneckenkind" erzählt, das morgens trödelt, bis der Schulbus weg ist - und das dann von Mama in der Familienkutsche gefahren wird. "Nein", sinnierte Rogge, das hätte er nicht gemacht. Sein Rat: Stattdessen an den Kühlschrank gehen, ein Glas Wein schlürfen. "Aber Herr Rogge, um halb acht Uhr morgens?", war der geschockte Einwand der "Schneckenmutter". "Ja", habe er geantwortet, "eben. Danach können sie auch gar nicht mehr fahren."
Fröhlich verpackt sind die Botschaften klar: Kinder wollen und brauchen Klarheit und Grenzen. Sie selbst seien klar, sagen: "Ich will." Sie nähmen sich die Freiheit, Grenzen zu überschreiten. Doch Freiheit gehe dabei einher mit Verantwortung, der zweiten Seite der Medaille. "Viel Spaß beim Erziehen", wünschte Rogge und zitierte damit den Titel eines von ihm mitverfassten Buches. Damit der Spaß nicht verderbe, heiße es, auch gut für sich selbst zu sorgen, sich in Stärken und Schwächen zu akzeptieren. "Dann kann ich auch mein Kind begleiten."

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© Bergedorfer Zeitung 2008