Neues Konzept
Bergedorfer Stadtmeisterei: Rettung in letzter Sekunde
Montag, 8. März 2010 04:00
- Von Ulf-Peter Busse
Bergedorf. Beinahe hätte es die Stadtmeisterei und die Bergedorf-Information im Hasse-Turm nicht mehr gegeben. Wie erst jetzt bekannt wurde, lief die Genehmigung für die beliebten Helfer in den roten Jacken zum Jahreswechsel aus.
"Es gab erhebliche Bedenken gegen die Gemeinnützigkeit. Wir mussten alle 23 Mitarbeiter in andere Projekte umsetzen und die Stadtmeisterei in der gewohnten Form beenden", schreibt Stefan Clotz vom Träger hamburger arbeit (HAB) im jetzt erschienenen Jahresbericht.
Dass die Stadtmeisterei und auch die mit ihr eng verzahnte Bergedorf-Information in letzter Sekunde doch gerettet wurden, bezeichnet selbst Clotz als "erstaunlich erfolgreichen Kraftakt". Immerhin musste für die Stadtmeisterei eine neue Basis gefunden werden: Statt wie bisher ausschließlich Ein-Euro-Jobber ziehen jetzt 25 Langzeitarbeitslose mit befristeten Arbeitsverträgen (durchschnittlich 1400 Euro brutto im Monat) die Stadtmeister-Jacken über. Das neue Personal - überwiegend ältere Menschen, mindestens zwei Jahre ohne Job - konnte von der HAB kurzfristig aus anderen Projekten nach Bergedorf geholt werden.
Angestellt sind die neuen Stadtmeister bei der HAB-Tochter komm.pass.arbeit, die besonders auf die Gemeinnützigkeit ihrer Aufträge achten muss. Deshalb sind Arbeiten wie das Plakatieren und Flyer-Verteilen für die Wirtschaftsinitiative WSB nicht mehr möglich, ebenso wie das Fotografieren von Schmierereien für geschädigte Grundeigentümer etwa im Sachsentor.
Doch bleiben die Stadtmeister weiter zuständig für die Begleitung von Festen und Aktionen des Bezirksamts, die Öffnung der Kirche St. Petri und Pauli sowie Aktionen von Vereinen, wie etwa dem Verteilen der Stadtteilzeitung Lohbrügge. Hinzu kommen der Fahrradverleih im Hasse-Turm, die dort zu buchenden Stadtteilrundgänge und jetzt auch das Projekt "Einkaufshilfen". Dabei stehen die Stadtmeister Senioren beim täglichen Einkauf und bei Behördengängen zur Seite.
Tatsächlich hat sich die erzwungene Umstellung auf quasi fest angestellte Mitarbeiter sogar schon als Glücksfall erwiesen: "Das neue Team zeichnet sich durch deutlich weniger Fehltage aus", bestätigt Stefan Clotz. Auch das Engagement im Umgang mit Bergedorfern und Touristen sei besser - und damit die Einsatzmöglichkeiten in der Bergedorf-Information im Hasse-Turm.
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