Insolvenz
Hackmack in Geesthacht steht vor dem Aus
Mittwoch, 13. Januar 2010 04:00
- Von Karin Lohmeier
Geesthacht. Das Einrichtungshaus Hackmack steht vor dem Aus. Das Traditionsgeschäft ist einer der letzten Familienbetriebe im Einzelhandel der Stadt.
Doch die Zukunft des Geschäftes an der Bergedorfer Straße ist höchst ungewiss: Inhaber Jörg Dankowski hat am 4. Januar einen Insolvenzantrag beim Schwarzenbeker Amtsgericht gestellt. Das bestätigte gestern Richter Suntke Aden. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Schwarzenbeker Rechtsanwalt Wolfgang Weber eingesetzt. Er wird nun prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Insolvenz vorhanden sind, das Unternehmen tatsächlich zahlungsunfähig ist.
"Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht", sagte Weber, der gestern zu einem Gespräch mit den Inhabern nach Geesthacht kam. Bis Ende Februar soll das Geschäft weiterlaufen, die 22 Beschäftigten, einige von ihnen Teilzeitkräfte, erhalten ihre Gehälter bis dahin von der Agentur für Arbeit. Im Rahmen einer Rabattaktion sollen noch möglichst viele Waren verkauft werden. Ob das Geschäft tatsächlich schließen muss, steht aber noch nicht fest. Weber: "Wir suchen auch nach einer Nachfolgelösung, vielleicht will jemand das Einrichtungshaus übernehmen."
Den 22 Mitarbeitern droht nun die Arbeitslosigkeit, es gibt keinen Betriebsrat, der einen Sozialplan aushandeln könnte. "Aber der macht ja auch nur Sinn, wenn noch Geld da ist", so Weber. "Für die Beschäftigten ist das schlimm, viele von ihnen sind schon etliche Jahre im Betrieb", sagt Gitta Meyer von der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Ihre Chancen, neue Arbeit im Einzelhandel der Region zu finden, seien nicht gut, insbesondere an Vollzeitstellen mangele es. Sie werde aber ihre Hilfe anbieten.
Jörg Dankowski hatte den Betrieb mit 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche 1999 von Klaus Hackmack übernommen, dem früher auch das heutige Kaufhaus Nessler gehörte. Dankowski, seine Frau Carola und seine Mutter Doris erweiterten das Sortiment - Gardinen, Bettwaren, Geschenk- und Handarbeitsartikel - um hochwertige Kleidung, die im Untergeschoss präsentiert wird.
Ein Konzept, das nicht aufging? Oder ist ein so kleines Einrichtungshaus heute nicht mehr konkurrenzfähig? Darüber will Torsten Wilms, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Geesthacht nicht urteilen. "Aber es wäre mehr als traurig, wenn das Geschäft schließen muss, weil damit eine Tradition in Geesthacht zu Ende geht. Außerdem steht das Haus an markanter Stelle am Eingang zur Fußgängerzone - ein Leerstand wäre hier misslich." Carola Dankowski, die das Haus zuletzt geführt hatte, wollte sich gestern nicht zu dem Insolvenzantrag äußern.


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