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Steinau-Biber entpuppt sich als Nutria

Witzeeze. Im Sommer 1996 hatten wir das Glück, nach dem Anruf einer Anwohnerin am Elbhang, den ersten Elb-Biber im Revier zu entdecken. Jetzt leben im Elbabschnitt zwischen Lauenburg und Geesthacht etwa 15 bis 20 Biber.
Aktuell lässt jetzt die Meldung über einen anderen sehr seltenen Nager aufhorchen. Ein Naturfreund hatte dort, wo die renaturierte, lachstaugliche Steinau in den Elbe-Lübeck-Kanal mündet, einen "jungen Biber" gesehen. Nach mehrmaligem Ansitz vor Sonnenaufgang bot sich endlich die Gelegenheit, den vermeintlichen Biber in Augenschein zu nehmen. Hallo, das war nicht der berühmte Baumfäller, sondern eine ausgewachsene Nutria. Sie gilt in Schleswig-Holstein als fast ausgestorben. Nur drei oder vier Exemplare sind in den vergangenen zehn Jahren im nördlichen Bundesland gesehen worden.
Zuletzt hatte ich das Vergnügen, 2004 in einem unscheinbaren Bach in Gudow eingehend eine hübsche Nutria zu beobachten. Fast zum Greifen nahe konnte ich mich der Nutria nähern. Eine "tierische" Sensation, die viele Naturfreunde und auch das Fernsehen anzog. Dieser "Sumpfbiber", etwa fünf Kilogramm schwer, ließ sich in dem Bach gern mit Rüben und harten Brötchen füttern. Gudow war damals der einzige "Nutria-Ort" in Schleswig-Holstein.
Verwechslungen mit dem Biber sind kaum möglich. Der Biber bringt es auf 25 kg, die Nutria auf etwa 8 kg. Der Biber hat einen kellenartigen flachen, die Nutria einen rattenartigen runden Schwanz. Im Winter haben es die "Sumpfbiber", die einst als Pelztiere in Farmen gezüchtet wurden, schwer zu überleben. Ansonsten sind diese Nager recht fruchtbar. Die Weibchen bringen in zwei Würfen jeweils fünf oder sechs Jungtiere zur Welt. Männchen oder Weibchen? Hat man die Möglichkeit genau hinzusehen, so entdeckt man beim Weibchen an den Seiten ziemlich hoch angesetzte Zitzen, die es ermöglichen, dass die Nutria ihren Nachwuchs auch schwimmend säugt. Es handelt sich bei dieser Tierart um reine Pflanzenfresser, die gut schwimmen und tauchen können. Sie bauen sich schützende Höhlen in Uferböschungen.

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© Bergedorfer Zeitung 2008