Schriftgröße: A A A
Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/printarchiv/schwarzenbek/article56248/Schwarzenbek_setzt_aufs_Reich_der_Mitte.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Schwarzenbek setzt aufs Reich der Mitte

Schwarzenbek. Der Jade-Buddha im Büro von Frank Ruppert lächelt milde. Gleich zwei Delegationen aus chinesischen Städten haben die Europastadt im Jahr 2009 besucht. Ganz im Zeichen des Reichs der Mitte steht deshalb auch das Jahresabschlussgespräch, zu dem wir uns mit dem Verwaltungschef im China-Restaurant "Jade" verabredet haben.
2009 hinterlässt beim Schwarzenbeker Verwaltungschef einen schalen Beigeschmack: "Es ist ein Jahr, das ich ganz schnell abhaken möchte." Drei positive Dinge fallen Ruppert jedoch spontan ein: "Meine Hochzeit, die Verbrüderung mit Haimen und die tolle Atmosphäre beim Verbrüderungstreffen in Delfzijl."
Die Holländer richteten im vergangenen Sommer das Treffen der sechs Verbrüderungsstädte aus, wollten den Eid jedoch nicht mehr erneuern. Fortan wurde in allen Kommunen über die Form der Verbrüderung diskutiert, auch in Schwarzenbek. Sogar ein Ende des Städtebundes war im Gespräch. "Das ist nun vom Tisch", sagt Ruppert, der hofft, dass auch die Holländer wieder mitmachen. "Ich habe meinen Delfzijler Amtskollegen Emme A. Groot zum Neujahrsempfang eingeladen. Mal sehen, ob er es schafft. Er will aber auf jeden Fall im Frühjahr nach Schwarzenbek kommen."
Wie es mit der Innenstadtentwicklung weitergeht, entscheidet sich im Januar, wenn Projektentwickler Frank Kiefaber sein Konzept für Kaiserhof und Jugendtreff vorstellt. Ruppert: "Es hat eine Vielzahl interessanter Facetten." Mehr will er sich jedoch nicht entlocken lassen. Voraussetzung für eine Verkehrsberuhigung im Zentrum ist die Umgehungsstraße: "Sie muss im Kontext der Innenstadtentwicklung geschehen. Ich gehe davon aus, dass die Chancen für die Umgebung nach wie vor hoch sind."
Wann die fünfte Kita gebaut wird, ist offen. "Wir wissen nicht, wie sich die geplante Herdprämie der Bundesregierung auswirken wird. Es fehlen im Moment verlässliche Rahmendaten", sagt Ruppert, der dennoch erste Gespräche mit einem privaten Betreiber geführt hat. Als Standort weiterhin im Gespräch ist die Compeschule. Grundsätzlich könne man eine leer stehende Schule zwar "einfach nur durchfegen", um sie weiter für den Unterricht zu nutzen, bei einem Umbau zur Kita gelten jedoch hohe und kostenintensive Auflagen. "Die sind auch den hohen Standards geschuldet, die wir im Bildungsbereich haben", so Ruppert.
Große Hoffnungen setzt der Bürgermeister auf die China-Kontakte. Neben den Gästen aus Haimen haben auch mögliche Investoren aus Louyang, einer 6-Millionen-Stadt in Mittelchina, Schwarzenbek besucht. Ruppert: "Unsere Aufgabe ist jetzt, aus unseren guten Kontakten Kapital zu schlagen und neue Unternehmen samt Arbeitsplätzen anzusiedeln."
Das würde auch den angespannten Etat entlasten. "Unser größter Flop war der Haushalt", gibt Ruppert zu. Während der aktuelle Etat erst im Juni verabschiedet wurde, hat der Haushalt 2010 bereits im Dezember die Stadtverordnetenversammlung passiert. "Wir werden eine schwierige Phase durchleben. Ich gehe aber bereits zur WVS-Messe im Herbst 2010 von einer deutlichen Belebung aus", sagt Ruppert.

nach oben
© Bergedorfer Zeitung 2008