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Wald erobert die Brandstelle nur langsam zurück

Aumühle (amü). Das Feuer ist gelöscht. Nur verkohlte Stämme erinnern an den größten Brand im Sachsenwald, an den sich Bert Havekost erinnern kann.
Dennoch, wenn der Forstwirtschafter in diesen heißen Tagen den Motor zu seiner 80 Kilometer langen Rundtour anschmeißt, dann fährt die Sorge mit. Mit den Temperaturen steigt die Waldbrandgefahr. "An den Wochenenden haben wir eine Brandwache eingesetzt und beobachten jetzt genau, wer sich im Wald aufhält", macht er die Gefahr deutlich, die im trocknen Unterholz lauert.
An der Brandstelle im Witzhaver Viert riecht es verkokel. Ein Berg schwarzer Stämme erinnert Förster Bert Havekost an den 5. Juli, als hier ein Flammenmeer loderte, vermutlich durch Brandstiftung. Zum Glück hatte der Wind die Flammen auf die Lichtung und nicht in den Wald gedrängt. Sonst wäre der Schaden (4000 Euro) größer geworden, schätzt der 44-Jährige. Langsam erobert die Natur die Lichtung zurück, kleine Farnpflänzchen ragen stellenweise aus dem Boden.
Seit 21 Jahren arbeitet Havekost beim Friedrichsruher Forstbetrieb Sachsenwald. "Einige Bäume werden wir fällen müssen", sagt er und blickt besorgt auf die Baumkrone einer 25 Meter hohen Lärche am Brandort. 90 Jahre hat es gedauert, bis sie diese Höhe erreicht hat. Stämme dieser Größe können für die Holzindustrie gefällt werden. Bis das erste Industrieholz zum Beispiel für die Papierfertigung anfällt, würde es gut 22 Jahre dauern. Pioniergehölze wie Birke oder Vogelbeere sind in der Natur die ersten, die den Waldboden erobern.
Bevor der Brand auf der Schonung alles in ein Kohlefeld verwandelte, hatten hier Sturm und Käfer den Boden für eine neue Baumgeneration frei gemacht. Auf dem knapp einen Hektar großen Areal im Witzhaver Viert waren erst im März 4000 Hybridlärchen und -buchen gesetzt worden, berichtet Havekost. "Nur ein paar der Jungbäume haben die Flammenwalze überlebt. Im Herbst werden wir die Lücken wieder auffüllen."
Das Herz des Geesthachters schlägt für den schattigen Mischwald. Dass der gebürtige Büchener hier auch seine berufliche Heimat fand, ist einem Zufall zu verdanken. "Nach meiner Ausbildung hatte ich beim ehemaligen Chef für einen Umzug das Büro und die Bibliothek mit ausgeräumt", erinnert er sich. Dabei fiel ihm ein kleines Buch über den Sachsenwald in die Hand. Da würde er gern arbeiten, war sein spontaner Gedanke, dem eine Bewerbung folgte.
Wie das Glück es wollte, wurde eine Stelle im Büro des Forstbetriebs frei, in dem jetzt drei Förster Holzverkauf, Wildrechungen, Baummarkierungen und Forstarbeiten organisieren. Nach der Pensionierung des dienstältesten Bismarckschen Försters Siegfried Roelcke hat er dessen 1500-Hektar-Revier übernommen. 8000 Festmeter wurden 2009 unter seiner Regie geschlagen und verkauft. Er hofft, dass nachwachsende Generationen die Hitzewelle überstehen.

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© Bergedorfer Zeitung 2008