Happy End
Flusskrebs Fridolin im 5-Sterne-Hotel
Dienstag, 2. Februar 2010 04:00
- Von Susanne Holz
Reinbek. Flusskrebs Fridolin hatte bislang in seinem Leben nicht wirklich Glück. Um nicht zu sagen: Er ist ein richtiger kleiner Pechvogel. Seine ganze Familie hat sich vor Monaten aus dem Staub gemacht. "Er ist bei uns der letzte Mohikaner unter den Flusskrebsen", sagt Tierheim-Leiterin Karen Schönbrodt.
Vor 13 Jahren hatte ihr eine Reinbekerin ein paar Krebse gebracht. Doch aus den wenigen wurden bald an die hundert Tiere. "Wir trauten eines Morgens unseren Augen nicht. Das ganze Becken war voller Flusskrebskinder", sagt Schönbrodt. Für alle Tiere hat sie ein Zuhause gefunden, nur für Fridolin nicht.
Jetzt jedoch nimmt dessen Leben eine entscheidende Wende. Der einsame Krebs hat eine Bleibe mit Familienanschluss gefunden. Und die muss ihm wie ein Fünf-Sterne-Hotel mit Zimmerservice, Frühstück am Bett und Whirlpool vorkommen. Im Untergeschoss seines Wohnhauses hat Kommunalpolitiker Juri Grünig (FDP) ein Paradies für Fische erschaffen. Das Becken ist mit 4,50 Metern Länge, 1,50 Metern Breite und 80 Zentimetern Höhe so groß, dass er sich ganz hineinlegen kann, wenn er Pflanzen umbetten oder die Glasscheiben von innen putzen möchte.
Bei der Gestaltung des Aquariums hat der 41-jährige Bau-Wirtschafts-Ingenieur nichts dem Zufall überlassen. "Bevor ich das Becken eingerichtet habe, habe ich mich bei den Wasserwerken nach den Werten erkundigt", sagt er. Die erstaunliche Bilanz: "Das Wasser in Glinde ist genauso klar wie das des Malawisees, dem neuntgrößten See der Erde." Deshalb tummeln sich jetzt in seinem Aquarium ostafrikanische Fische - Buntbarsche (Non Mbuna), Protomelas, Otopharynx, Copadicromis und Aulonocara. Allein die Malawi-Krabbe wird nicht nach Schleswig-Holstein kommen. "Sie ist zu groß, würde aus dem Becken klettern", weiß Grünig. Vermutlich wird es auch Flusskrebs Fridolin freuen, dass er sich sein Revier nicht mit einem 15 Zentimeter großen Rivalen teilen muss. Selbst wenn er selbstbewusst mit den Scheren klappert, passt Fridolin spielend in eine Kinderhand.
Um so aufmerksamer hat Juri Grünig sein neues Familienmitglied beim Einzug in sein neues Heim beobachtet. Zunächst irrte es etwas orientierungslos durch das 5000-Liter-Becken. Wo kann ich mich verstecken? Wo gibt's was zu fressen? Und wer sind all diese Fische hier?, schien Fridolin gedacht zu haben. Gestärkt mit tiefgefrorenen Erbsen und der Aussicht auf weitere Leckerbissen wie Spinat, Paprika, Gurken und Meeresfrüchte, wurde er schnell mutiger, stakste tapfer in die Weiten der liebevoll gestalteten Felslandschaften hinaus. . .
Diese Aquarien-Seite mit Becken-Beispielen empfiehlt Juri Grünig für Anfänger und Fortgeschrittene.


Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
RSS
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche