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Ein Garten für Katze und Co.

Reinbek (aqu). "Das war wirklich eine Menge Arbeit", sagt Karen Schönbrodt nicht ohne Stolz. Um sie herum stehen solide Holzpfosten mit Maschendraht bespannt. Über ihr sorgt durchsichtiges Wellblech für Schutz vor Regen, ohne die Sonne auszusperren.
Ein Ort zum Wohlfühlen? Nicht unbedingt für Menschen, aber für Schönbrodts Schützlinge: Die Katzen flitzen vom Zaun zum Kratzbaum, toben miteinander oder lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen - kurzum: Sie haben sichtlich Spaß.
"Man merkt tatsächlich, dass sie sich über das neue Außengehege freuen", sagt die Leiterin des Reinbeker Tierheims über die gefleckten, gestreiften oder einfarbigen Stubentiger. Insgesamt haben die 47-Jährige und ihre knapp 25 ehrenamtlichen Helfer 200 Quadratmeter Fläche in vier Abschnitten umzäunt und überdacht, damit die momentan neun Katzen ihre "Wohnung" auch mal verlassen können. Das können sie nun nach Belieben: Die Container mit den Schlaf- und Futterplätzen sowie dem Katzenklo sind durch ein Loch in einem der Fenster direkt mit dem Gehege verbunden.
"Für den ersten Abschnitt haben wir inklusive Vorarbeiten gut zwei Monate gebraucht, wobei wir natürlich nicht jeden Tag gearbeitet haben", sagt Schönbrodt. "Das letzte Gehege stand dann innerhalb von drei Wochen." Dabei musste jedoch nicht nur Maschendraht befestigt werden. Damit die Katzen nicht aus ihrem neuen Zuhause ausbüchsen, mussten die Tierfreunde in stundenlanger Handarbeit auf Höhe des Zaunes Löcher graben und alte Dachpfannen einsetzen.
Dachpfannen und ein Großteil des Materials wurden "zusammengebettelt", verrät Schönbrodt. Beim Umzug der Firma Michaelis und auch bei der Schließung des Heereszeugamtes in Glinde konnte das Tierheim viele Materialien mitnehmen - vom Lichtschalter bis zur Schranktür, die als Wand zur Auskleidung der Container umfunktioniert wurde. "Das Holz für die Pfosten und den Draht mussten wir kaufen, haben aber einen günstigen Preis bekommen", freut sich die ehemalige Geschäftsführerin der Tierschutzorganisation Peta in Deutschland.
Bleibt natürlich zu hoffen, dass die Katzen, aber auch der Hund, der Wellensittich, die Meerschweinchen, Kaninchen und die zwei Flusskrebse nicht allzu lange in einer Wohngemeinschaft leben, sondern bald eine neue, warmherzige Familie finden.

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© Bergedorfer Zeitung 2008