Lkw-Durchfahrtsverbot
Schilder werden ignoriert
Mittwoch, 10. November 2010 04:00
- Von Timo Jann
Lauenburg. Dirk Bollhorn und Manfred Koop, Mitarbeiter des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr (LBV) aus Breitenfelde hatten gestern alle Hände voll zu tun
: An 15 Stahlmasten zwischen Lauenburg und Geesthacht mussten sie gestern Morgen jeweils drei Schilder zum Durchfahrtsverbot für schwere Laster montieren. Ein rundes, das einen Laster im bekannten Verkehrszeichen des "Verbots der Durchfahrt" zeigt, ein eckiges mit dem Hinweis, dass das Verbot für mehr als zwölf Tonnen gilt, und noch eine eckiges, das darauf hinweist, dass nur Durchgangsverkehr ausgesperrt wird.
Obwohl bereits seit Montag die überregionalen Hinweisschilder auf den nahen Autobahnen und den anderen Bundesstraßen stehen, rollten gestern weiterhin scheinbar unbeeindruckt die Laster durch Lauenburg und Geesthacht.
"Es gibt noch viele Ungereimtheiten und Unsicherheiten", erklärt Lauenburgs Bürgermeister Harald Heuer. "Vor allem für die Firmen in unserem Industriegebiet und deren Spediteure ist die Lage verzwickt", so Heuer. Denn: Laster, deren Start- und Zielpunkt außerhalb eines 75 Kilometer weiten Radius liegen, dürfen die B 5 nicht mehr befahren. Sie müssen deutliche Umwege in Kauf nehmen - oder Ausnahmegenehmigungen beim Fachdienst Straßenverkehr der Kreisverwaltung in Lanken beantragen. Die kostet 30 Euro Gebühr und ist für ein Fahrzeug fest zugeordnet und maximal für drei Jahre gültig. Danach muss sie verlängert werden.
Bis sich das Lkw-Durchfahrtsverbot eingespielt hat und die Kontrollen tatsächlich greifen, wird es wohl noch dauern. Auch hat der Kreis Lüneburg mittlerweile mit der angekündigten Sperrung der B 209 in seinem Kreisgebiet reagiert - und so den offiziellen Ausweichweg dicht gemacht. "Die Verwaltungen haben leider keine großräumige Einigkeit geschafft", bedauert Harald Heuer. "Wir reagieren mit dieser Sperrung der B 209 unsererseits auf die Sperrung der B 5 in Schleswig-Holstein. Es kann nicht sein, dass der Verkehr nur einseitig zu unseren Lasten verlagert wird. Wir plädieren nach wie vor für einen Konsens, Kirchturmpolitik ist unangebracht", erklärt Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt.
Die Anwohner der durch die Mautflüchtlinge betroffenen Bundesstraßen können also vorerst nicht aufatmen. "Wir werden weiter für unsere Ziele kämpfen", kündigte Niclas Fischer vom Bürgeraktionsbündnis (BAB) an.
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