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Erhalt der Tradition ist oberstes Gebot

Lauenburg. Aus 15 jeweils 20 Meter langen Fichtenstämmen bauten 14 kräftige Männer innerhalb von fünf Stunden ein schwimmfähiges Floß. Von Bleckede aus machten sich die Männer dann auf den Weg elbabwärts bis Lauenburg.
Im Rahmen des Deutschen Flößertages war das einer der Höhepunkte, um an die Tradition des Flößens zu erinnern.
25 Vereine, darunter der Verein zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums, haben sich in der deutschen Flößervereinigung zusammengeschlossen. Wilhelm Bischoff, der Geschäftsführer des Lauenburger Vereins, hatte den Flößertag zum zweiten Mal nach 1989 in Lauenburg organisiert. "Da lag es doch nahe, ein Floß zu bauen und es aufs Wasser zu bringen", sagt Bischoff. Wolfgang Kruckow, Förster aus Grünhof, stellte für das Projekt die Baumstämme zur Verfügung. Per Langholztransporter wurden die Stämme aus dem Wald nach Bleckede geliefert. Im dortigen Hafen wurden die Stämme mit Seilen verbunden, die Fläche mit einem Zelt ausgestattet und das Floß zu Wasser gelassen. Dann ging es elbabwärts nach Lauenburg.
Zahlreiche Schaulustige und viele der 150 Flößer, die sich von Donnerstag bis Sonntag in Lauenburg versammelt hatten, beobachteten, wie das Floß in Lauenburg anlegte. "Es war nicht einfach, für diese Tour alle nötigen Genehmigungen zu bekommen", sagt Bischoff. Seit April war er damit beschäftigt.
Noch in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war Flößerei auf der Elbe ein wichtiges Geschäft. Holz aus den waldreichen Mittelgebirgen Böhmens wurde im Hafen der Stadt für die Holz verarbeitende Industrie in Lauenburg per Floß angeliefert. Das "Treibgut" war ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Die Kalkbrennereien Krüger, von der Sandt und Hevecke benötigten große Mengen als Brennstoff, die Zündwarenfabriken verarbeiteten das angekommene Floßholz und auch die Dampfschneidemaschine von Johann Carl Russow profitierte von dem im Hafen liegenden Rohstoff. "An diese Tradition wollen wir erinnern", sagte Flößer Georg Schleeh der aus dem Schwarzwald zu Gast war.

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© Bergedorfer Zeitung 2008