Schwerlastverkehr
Politik-Forderung ist Bürgern zu lasch
Samstag, 20. Februar 2010 04:00
- Von Detlef Bienwald
Lauenburg. Der vom Bürgeraktionsbündnis (BAB) "Lauenburg reicht's" entfachte Kampf gegen den Schwerlastverkehr eint Politik, Verwaltung und Bürger aus der Region. Mehr als 120 Mitglieder und Gäste kamen zur zweiten öffentlichen BAB-Versammlung in den Saal der Lauenburger Mühle.
Ein Ziel war die Festlegung der Strategie, mit der das Aktionsbündnis agieren will, wenn am kommenden Dienstag von 19 Uhr an im Festsaal des Mosaik in einer städtischen Informationsveranstaltung die Ergebnisse der Verkehrszählung aus dem Juni 2009 und mögliche Konsequenzen vorgestellt werden. Am Ende gab es zufriedene Gesichter bei den Initiatoren: Elf Neueintritte, darunter Lauenburgs Bürgervorsteher Andreas Lojek und Schnakenbeks Bürgermeister Christian Pehmöller, ließen die Mitgliederzahl des BAB auf 157 ansteigen.
Zuvor wurden jedoch noch Differenzen zwischen Verwaltung, Politik und Bürgern deutlich. Irritiert wurde registriert, dass die ursprünglich als Einwohnerversammlung angekündigte Veranstaltung am Dienstag "klammheimlich" in eine Informationsveranstaltung umdeklariert wurde. Die Erklärung lieferte gestern Bauamtsleiter Reinhard Nieberg: "Einwohnerversammlungen darf es nur zu Themen geben, für die die Stadt zuständig ist, aber nicht für die Forderung nach einer Sperrung der Bundesstraßen. Dieses Wissen ist bei uns verschütt gegangen, weil wir so lange keine Einwohnerversammlung mehr gemacht haben."
Und auch die Resolution der Stadtvertretung, die unter anderem ein Durchfahrverbot für Lastwagen mit 12,5 Tonnen Gesamtgewicht fordert, stieß nur in Teilen auf Zustimmung. Einstimmig bekräftigten die Mitglieder ihre Forderung, den Grenzwert auf 7,5 Tonnen zu senken und eine "Umkehrpflicht" für Lastwagen zu erlassen. "Wir begrüßen grundsätzlich, dass die Lauenburger Politik aktiv wird. Wir vertreten hier aber die Interessen unserer Mitglieder, die die Maximalforderung realisiert sehen möchten. Was am Ende herauskommt, werden wir sehen", sagte BAB-Mitinitiatorin Renate Hinsch.
Nur mit der Maximalforderung könne Lauenburg ausreichend vom Schwerlastverkehr entlastet und die Feinstaubkonzentration gesenkt werden, die inzwischen so stark sei, dass der Stadt die Aberkennung des Prädikats "Erholungsort" drohe.


Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
RSS
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche